Zählen, was zählt: Insektensommer beim NABU

Erdhummel

Erdhummel – © Benjamin Grießmann

Bisher konnten sich NaturschützerInnen an den Vogelzählaktionen des NABU „Stunde der Garten- bzw. Wintervögel“ beteiligen. In diesem Jahr neu hinzugekommen ist der „Insektensommer“. In der bundesweiten Meldeaktion sollen vom 1. bis zum 10. Juni sowie vom 3. bis zum 12. August Individuen bestimmter Insektenarten innerhalb einer Stunde gezählt werden. Dabei soll bei mobilen Arten die größte gleichzeitig anwesende Zahl von Tieren erfasst werden und nicht die Summe der Einzelbeobachtungen. So vermeidet man Doppelzählungen. Der NABU möchte mit der Aktion auf die wichtige Rolle der Insekten für unser Ökosystem aufmerksam machen und einen Beitrag zum Schutz leisten.

Stellungnahme aus Baden-Württemberg zur Endlagersuche in der Schweiz

Die Schweiz plant ein Endlager für radioaktive Abfälle nahe der Grenze zu Baden-Württemberg. Zum Ergebnisbericht der Etappe zwei des Suchverfahrens hat das Umweltministerium Baden-Württemberg eine Stellungnahme an das schweizerische Bundesamt für Energie abgegeben. Baden-Württemberg möchte besser beteiligt werden.

Kampf um Białowieża

Der Białowieża-Nationalpark an der polnisch-weißrussischen Grenze gilt als letzter Tiefland-Urwald Europas. Er ist Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes und damit bestimmten Schutzvorschriften unterworfen. Diese betreffen auch die Holzeinschlagmenge.

Davon unbeeindruckt gestand die rechts-konservative Regierung 2016 der Holzwirtschaft das Dreifache der ursprünglich zugestandenen Menge zu. Die Europäische Kommission verklagte Polen daraufhin vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg. Der Gerichtshof erließ die Anordnung eines sofortigen Abholzungsstopps, die jedoch ignoriert wurde. Infolge wurde der Fall im August 2017 in das laufende Vertragsverletzungsverfahren gegen Polen aufgenommen. Dem Land drohen damit hohe Strafzahlungen.

Bewohner der strukturschwachen Gegend haben sich auf die Seite der polnischen Regierung geschlagen, weil sie um Arbeitsplätze in der Holzwirtschaft fürchten. Umweltschützer, die sich für den Erhalt des einzigartigen Gebiets einsetzen, werden vielfach kriminalisiert.

Trump schraubt Naturschutz zurück

US-Präsident Trump hat Naturschutzgebiete in Utah um mehr als 5.000 Quadratkilometer verkleinert. Damit ist der Weg frei für den Abbau von Bodenschätzen. Ureinwohner/innen und Naturschützer demonstrierten gegen die Maßnahme.

WMO: CO2-Konzentration auf Rekordniveau

Wolkenformation

© Benjamin Grießmann

Die CO2-Konzentration ist auf ein Rekordniveau von 403,3 ppm gestiegen. Das teilte die Weltwetterorganisation (WMO) mit. 1996 betrug die CO2-Konzentration erst 362 ppm. Noch nie sei ein so starker Anstieg wie vergangenes Jahr verzeichnet worden. Vor 3-5 Millionen Jahren gab es zuletzt so hohe CO2-Werte; bei einem 10 bis 20 Meter höheren Meeresspiegel. Hauptgründe für die heutigen hohen Konzentrationen sehen Experten in der intensiven Landwirtschaft, dem Bevölkerungswachstum und der zunehmenden Industrialisierung.

BUND Berlin fordert nach „Xavier“ Baum-Notfallmanagement

Sturmtief „Xavier“ hat Spuren hinterlassen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Berlin) schätzt, dass die Beseitigung der verursachten Schäden an Berliner Bäumen mehrere Wochen in Anspruch nehmen wird. Um die Sturmschäden zügig aufzuarbeiten, fordert der Umweltverband ein Notfallmanagement, das die Arbeiten zentral koordiniert. Um zukünftigen Herausforderungen begegnen zu können, brauche Berlin eine intakte grüne Infrastruktur. Nach den Aufräumarbeiten müsse wieder nachgepflanzt werden.

Zug der Kaiseradler kann online verfolgt werden

Der Naturschutzbund Deutschland NABU unterstützt seit einigen Jahren die Artenvielfalt in der mittleren Wolga-Region. Beteiligt ist er auch am Projekt „Schutz der Wolga-Population des Östlichen Kaiseradlers in der Region Uljanovsk“, das vom regionalen Naturschutzministerium ins Leben gerufen wurde. Nun haben der NABU und der russische Vogelschutzbund (RCBU) fünf Jungtiere mit GPS-Sendern ausgestattet. Sie wollen das Zugverhalten der bedrohten Vögel erforschen. Der spannende Zug der Kaiseradler kann mit einer Zeitverzögerung von einem Tag auf einer Karte online verfolgt werden.

Nitratbelastung in Deutschland – Wasserpreise könnten um bis zu 45 Prozent steigen

Vor dem Hintergrund der Diskussion um steigende Wasserpreise fordert Greenpeace ein Umdenken im Agrarsektor. Die Massentierhaltung müsse begrenzt und die Düngegesetze verschärft werden. Durch die hohe Nitratbelastung des Grundwassers muss das Trinkwasser in Deutschland immer aufwändiger aufbereitet werden. Experten rechnen mit Preissteigerungen von bis zu 45 Prozent. Die EU hat Deutschland bereits wegen der hohen Nitratbelastung verklagt.

Standing Rock-AktivistInnen besuchen rheinisches Braunkohlerevier

Vor einem Jahr haben vor allem indigene Gruppen mit Protestcamps begonnen, gegen die Dakota Access Öl-Pipeline zu demonstrieren. Die Pipeline kreuzt direkt beim Lakota Reservat „Standing Rock“ den Missouri River und droht das Trinkwasser der Region zu verschmutzen.

Nun kommen vier Standing Rock-Aktivisten/Altivistinnen ins rheinische Braunkohlerevier. Am 03.06. berichten sie um 18 Uhr in der Alten Feuerwache in Köln von ihren Erfahrungen und am 04.07. besuchen sie von 14-18 Uhr im Rahmen eines öffentlichen Waldspaziergangs mit Michael Zobel die Waldbesetzung im Hambacher Forst. Der Besuch im Rheinland wird von der Gruppe ausgeco2hlt organisiert. Zweck der Reise sind die Vernetzung und der Austausch mit der europäischen Klimabewegung.

Quelle: Pressemitteilung „Standing Rock-AktivistInnen im rheinischen Braunkohlerevier“ vom 31.05.17, presse@ausgeco2hlt.de

Trump macht Ernst: Rolle rückwärts beim Klimaschutz

US-Präsident Donald Trump setzt eines seiner Wahlversprechen um und dreht die Uhr in Sachen Klimaschutz weit zurück. Sein Vorgänger Obama hatte eine Regelung durchgesetzt, nach der jede Entscheidung auf ihre Wirkungen auf die Umwelt abgeklopft werden musste. Das umfasste insbesondere auch Effekte auf das Klima. Die ohnehin schon schrumpfende Kohleindustrie musste dadurch Einbußen hinnehmen. Trump hat nun mit einem Dekret die Beschränkungen zurückgenommen und verspricht riesige Gewinne und Arbeitsplätze. Kohle soll damit wieder unbeschränkt gefördert werden können. Doch selbst Lobbyisten der Kohlewirtschaft bezweifeln, dass die ganz großen Zeiten des Energieträgers Kohle wieder zurückkehren werden. Langfristig müssten sich die beteiligten Akteure auf neue Einnahmequellen einstellen.
Umweltaktivisten sind von Trumps Entscheidungen entsetzt. Mit dem neuen Dekret könnten die Ziele des Klimaabkommens von Paris niemals erreicht werden. Dass die USA ihre Klimaschutzzusagen zurücknehmen und damit die Führungsrolle in Sachen Klima an China abtreten, wird von Experten jedoch nicht erwartet.