Glyphosat-Zulassung verlängert

Die Zulassung für Glyphosat in der EU wurde um fünf Jahre verlängert. 18 Mitgliedsstaaten stimmten dafür, neun dagegen. Ein Land enthielt sich seiner Stimme. Zu den befürwortenden Staaten zählte auch Deutschland, obwohl sich die Bundesregierung in diesem Punkt nicht einig ist. Bisher hatte sich Deutschland deshalb enthalten. Die aktuelle Zustimmung durch Landwirtschaftsminister Schmidt (CSU) belastet nun auch die Gespräche zur möglichen Neuauflage der großen Koalition. Umweltministerin Hendricks (SPD) sprach von einem Vertrauensbruch. Befürworter sehen in der Verlängerung der Zulassung eine Chance, die Wirkungen des Unkrautvernichtungsmittels noch besser untersuchen zu können. Eines ist unbestritten: Von der Verlängerung der Glyphosat-Zulassung profitiert die chemische Industrie in Deutschland. Der Chemiekonzern Bayer übernimmt den Glyphosat-Hersteller Monsanto.

Studien der Internationalen Agentur für Krebsforschung gehen davon aus, dass Glyphosat wahrscheinlich krebserregend ist. Darüber hinaus ist Glyphosat eine hormonaktive Substanz und ein starkes Antibiotikum. Im Rahmen des Monsanto-Tribunals berichteten 2016 Betroffene und Experten aus zahlreichen Ländern von den verheerenden Folgen der großflächigen Glyphosat-Anwendung. Amerikanische und europäische Gesundheitsbehörden kamen zu einem ganz anderen Schluss und bezeichneten Glyphosat als ungefährlich. Befürworter verweisen darauf, dass Glyphosat nur in hohen Konzentrationen gefährlich sein könne. Bei der normalen Anwendung träten diese hohen Werte nicht auf.

Globale Allianz für Kohleausstieg

Großkraftwerk Mannheim

Großkraftwerk Mannheim, © Benjamin Grießmann

Während sich die Sondierer in Deutschland sich noch zieren, haben Großbrittanien und Kanada auf der UN-Klimakonferenz überraschend eine globale Allianz für den Kohleausstieg vorgestellt („Powering Past Coal Alliance“). Mit dabei sind viele weitere Partner, darunter Italien, Frankreich, Österreich, Finnland und Portugal. In der gemeinsamen Erklärung heißt es, dass der Ausstieg aus der Kohlevertromung einer der wichtigsten Schritte sei, um das 2-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens noch erreichen zu können. Damit gerät Deutschland zunehmend unter Druck. Bei den Jamaika-Sondierungen ist das Thema Kohleausstieg äußerst umstritten.

Inwiefern sich die Ankündigungen der globalen Allianz als substanziell herausstellen und nicht nur als  Luftnummer, werden die nächsten Monate und Jahre zeigen; und auch inwieweit die wegfallenden Strommengen durch Atomkraft aufgefangen oder tatsächlich die erneuerbaren Energien gefördert und weiterentwickelt werden sollen. Letzteres ist die Voraussetzung für einen erfolgreichen Ausstieg aus den fossilen Energieträgern. Deutschland muss nun aufpassen, den Anschluss an die Zukunft nicht zu verlieren. Experten sehen neben den Folgen für das Klima und der Landschaftszerstörung auch große gesundheitliche Beeinträchtigungen. Dies alles führt letztendlich auch zu wirtschaftlichen Einbußen.

Wenn Strom und Gas vegan sein sollen

Solarpanel

Vegane Stromerzeugung, © Benjamin Grießmann

Was ist die Steigerung von „Öko“? Vegan! Und so gibt es nicht nur vegane Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs, die ohne tierische Rohstoffe hergestellt werden, sondern auch vegane Energieträger. Befürworter verweisen auf das Tierleid und die ökologischen Folgen der Güllewirtschaft.

Bei der Herstellung von veganem Strom oder Gas wird darauf geachtet, dass im gesamten Prozess keine Tiere zu schaden kommen. Nach besonders strengen Auslegungen scheiden auch die regenerativen Energiequellen Wind- und Wasserkraft aus, weil beim Betrieb der Kraftwerke Tiere verletzt oder getötet werden können (z.B. Vogelschlag). Kohle- und Atomstrom wird bei den meisten Veganern, die nachhaltig orientiert sind, ebenfalls nicht in Frage kommen. Bleibt als „veganste“ Form der Stromerzeugung eigentlich nur die Photovoltaik übrig. Die vegane Gasproduktion zeichnet sich dadurch aus, dass keine tierischen (Gülle etc.), sondern ausschließlich pflanzliche Ausgangsprodukte zum Einsatz kommen.

Mit der Marke „vegawatt“ platzieren die Technischen Werke Ludwigshafen (TWL) ein Angebot speziell für Kunden mit veganem Lebensstil. Der Strom stammt laut Anbieter zu 100 Prozent aus Photovoltaik-Anlagen und das Gas wird aus Zuckerrübenschnitzeln gewonnen. Andere Anbieter bewerben das Schlagwort „vegan“ nicht explizit, haben aber  ebenfalls Produkte im Angebot, die für Veganer unter Umständen in Frage kommen können. Bei den meisten Ökostromprodukten sind jedoch Anteile von Wind- und Wasserkraft enthalten. Hier muss jeder selbst entscheiden, inwieweit die einzelnen Angebote mit den individuellen (veganen) Ansprüchen vereinbar sind. Ebenso im Bereich Biogas. Der Anbieter LichtBlick wirbt damit, dass sein Biogas auschließlich aus Pflanzenresten und Grünschnitt gewonnen wird. Greenpeace Energy erzeugt sein Gas aus Strom, der allerdings mit Hilfe von Windkraft erzeugt wird. Allgemeine Empfehlung: Interessierte sollten bei den Anbietern explizit nachfragen und einzelne Produkte genau vergleichen.

EU fordert von der Autoindustrie niedrigere CO2-Grenzwerte

Verkehr auf der Autobahn A61

© Benjamin Grießmann

Die EU-Kommission hat eine Verschärfung der Grenzwerte für den CO2-Ausstoß von Autos beschlossen. Bis 2030 müssten die Emissionen um 30 Prozent gemindert werden. Die Vorschläge stoßen bei den Autoherstellern auf wenig Gegenliebe. Aber auch die Befürworter strengerer Regelungen sind wenig begeistert. Den Grünen gehen die Schritte nicht weit genug. Sie fordern eine Reduktion von mindestens 60 Prozent. Anderenfalls könnten die Pariser Klimaziele nicht erreicht werden, so die grüne Europa-Abgeordnete Rebecca Harms in einem ZDF-Interview.

14. „Hamburger Gespräche für Naturschutz“

Der Nutzungsdruck auf den Wald z.B. als Rohstofflieferant oder Erholungsraum nimmt zu. Über diese Problematik diskutierten Expertinnen und Experten unterschiedlicher Disziplinen auf dem gestern stattfindenden Symposium im Rahmen der 14. „Hamburger Gespräche für Naturschutz“ der Michael Otto Stiftung für Umweltschutz. 130 Gäste aus Politik, Wirtschaft, NGOs, Medien und Wissenschaft nahmen teil. Es herrschte Einigkeit darüber, dass den zunehmenden negativen Einflüssen auf den Wald durch Umweltwandel und gesellschaftliche Ansprüche entschieden begegnet werden muss.

Verhaltenstipps bei Begegnung mit einem Wolf

Eine direkte Begegnung zwischen Mensch und Wolf ist sehr unwahrscheinlich, aber nicht völlig ausgeschlossen. Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg hat auf seiner Homepage Verhaltenstipps bei Begegnungen mit einem Wolf zusammengestellt. Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad Wölfen begegnet, sollte auf sich aufmerksam machen und sich langsam entfernen.

Langzeitstudie: Insekten haben dramatisch abgenommen

Schmetterling

© Benjamin Grießmann

Wie Wissenschaftler im Fachmagaziun „Plos One“ berichten, hat die Gesamtmasse der Insekten in Deutschland innerhalb der vergangenen 27 Jahre um mehr als 75 Prozent abgenommen. Die Daten hatten Ehrenamtliche aus Krefeld seit 1989 gesammelt. Sie stellten in verschiedenen Lebensräumen Flugfallen auf. Die Auswertungen haben Caspar Hallmann und seine Mitarbeiter an der Radbout University in Nijmegen, Niederlande durchgeführt. Sie verglichen dabei, wie sich die Biomasse in verschiedenen Gebieten verändert hat. Ergebnis: Der Insektenschwund, der bereits seit längerem vermutet wurde, ist größer als erwartet. Die Wissenschaftler befürchten verheerende Effekte für das Ökosystem und die Landwirtschaft. Insekten helfen nicht nur bei der Pflanzenbestäubung, sondern vertilgen auch Pflanzenschädlinge. Die Ursachen für das Insektensterben sind noch nicht vollständig ergründet. Experten vermuten, dass die intensivierte Landwirtschaft mit dem Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln sowie einer ganzjährigen Bewirtschaftung dem Ökosystem zusetzt. Weitere Forschung ist dringend erforderlich, darin sind sich die Wissenschaftler einig.

Star ist Vogel des Jahres 2018

Bekannt ist der Star durch seine Fähigkeit Umgebungsgeräusche in seinen Gesang einbauen zu können. Manche Vogelbeobachter berichten gar, dass Töne von Smartphones, Alarmanlagen oder Motorengeräusche nachgeahmt werden. So vertraut und verbreitet der Vogel ist, sein Bestand nahm in den letzten Jahren kontinuierlich ab. Grund genug für die Jury „Sturnus vulgaris“ zum Vogel des Jahres 2018 zu erklären.
Der Höhlenbrüter und Insektenfresser ist gefährdet. Immer weniger alte Bäume und die zunehmende Versiegelung von Häusern führen zu einem knappen Nistplatzangebot. Hinzu kommt der Nahrungsmangel; ausgelöst durch die intensive Landwirtschaft, die mit Monokulturen und Spritzmitteln der Nahrungsquelle des Stars zusetzt.
Der Vogel des Jahres wird seit 1971 in einer gemeinsam vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) und dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) getragenen Kampagne ausgerufen.

Anzeige: Nachhaltige Regenwasserbewirtschaftung am Beispiel von Berlin

Kurzmitteilung


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Mit freundlicher Unterstützung der Berliner Wasserbetriebe



Nachhaltige Regenwasserbewirtschaftung am Beispiel von Berlin

Insbesondere in städtischen Gebieten mit vielen versiegelten Flächen kommt es auf eine intelligente Regenwasserbewirtschaftung an. Zum einen, weil der Klimawandel mit häufigeren Starkregenereignissen die Städte und Kommunen vor zunehmende Herausforderungen in Sachen Wasserableitung und Hochwasserschutz stellt. Zum anderen, weil die smarte Nutzung von Regenwasser helfen kann, Stadtklima und Lebensqualität zu verbessern.

Die Berliner Wasserbetriebe leisten einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Regenwasserbewirtschaftung mit vielen positiven Effekten für die Berliner Bevölkerung, die von sauberen Gewässern und einem besseren Mikroklima profitiert.

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ADFC enttäuscht: Keine Fahrradstraße in Niederkassel

Die ADFC-Ortsgruppe Niederkassel zeigt sich enttäuscht über die Ablehnung einer Fahrradstraße am Mondorfer Rheinufer. „Man bekommt den Eindruck, dass Niederkassel einfach keine Fahrradstraße kann“, äußerte sich der ADFC-Sprecher Peter Lorscheid. Die Kreispolizeibehörde hatte Bedenken gegen die Ausschilderung einiger Straßen als Fahrradstraße. Dieser Argumentation schlossen sich nun Stadtverwaltung und die im Ausschuss vertretenen Parteien, mit Ausnahme der Grünen, an. Bereits seit 1997 sieht die
Straßenverkehrsordnung als ein Mittel zur Förderung des Radverkehrs die Einrichtung von Fahrradstraßen vor.