Fraunhofer-Studie: Abrieb von Autoreifen Hauptquelle für Mikroplastik

Autoreifen

© Benjamin Grießmann

Laut einer neuen Studie des Fraunhofer Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik ist der Abrieb von Autoreifen die wichtigste Quelle von Mikroplastik in Deutschland. Rund ein Drittel der 330.000 Tonnen Mikroplastik, die alljährlich in Deutschland in die Umwelt gelangen, sollen von Autoreifen stammen. Weitere namhafte Quellen seien Produktions- und Transportverluste sowie Kunstrasenplätze.

Durch den Regen werde das Mikroplastik nicht nur in die Kanalisation, sondern auch an andere Stellen in der Umwelt gespült. Kläranlagen könnten 95 Prozent des Mikroplastiks zurückhalten, durch die Nutzung von Klärschlamm gelange es aber auch wieder auf die Felder.

Als Mikroplastik werden Partikel bezeichnet, die maximal fünf Millimeter groß sind. Die Auswirkungen von Mikroplastik auf Menschen ist praktisch nicht untersucht. Es wird befürchtet, dass sich Mikroplastik in der Nahrungskette anreichert. Mikroplastik wurde vielfach in Fisch nachgewiesen. Plastik kann Giftstoffe wie Weichmacher, oder Styrolverbindungen sowie andere Bestandteile enthalten. Viele gelten als krebserregend oder hormonell aktiv.

Quelle: ZDF heute

Protest gegen geplante Rodungen im Hambacher Forst

Kohlekraftwerk – © Benjamin Grießmann

Kohlekraft in NRW

Die Kohlekommission verhandelt gerade über den Kohleaustieg, der Energiekonzern RWE möchte derweil weiter den Hambacher Forst für den Tagebau abholzen. Das hat den Protest von Umweltschützern auf den Plan gerufen. Sie drohen mit dem Ausstieg aus den Verhandlungen. RWE betont, dass die Abholzungen für die Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs in den nächsten Jahren erforderlich seien. Der Konzern zeigt sich verwundert, allen Beteiligten sei dieser Umstand klar gewesen. Der BUND widerspricht der Darstellung. Laut der Umweltschutzorganisation könne RWE auch ohne die Rodungen noch jahrelang genug Braunkohle in den Tagebauen Hambach und Garzweiler abbauen.

Den Insekten eine Stimme geben

Mit einem außergewöhnlichen Konzert machen die Karajan Akademie der Berliner Philharmoniker in Zusammenarbeit mit dem WWF auf das Insektensterben aufmerksam. Es ist das erste Konzert, bei dem Insekten gemeinsam mit einem Orchester musizieren. Die Einnahmen aus dem Kartenverkauf kommen unter anderem WWF-Projekten zum Erhalt der Artenvielfalt und der Förderung nachhaltiger Landwirtschaft zugute.

ALDI Süd-Kampagne zum Schutz von Bienen

Biene

© Benjamin Grießmann

Unter dem Motto „Bienen bringen mehr als Honig“ veranstaltet ALDI Süd eine Kampagne zum Schutz von Bienen. Seit 2016 schließt der Konzern nach eigenen Angaben den Einsatz von acht bienentoxischen Wirkstoffen beim Anbau von deutschem Obst, Gemüse, Kartoffeln und Blumen aus und unterstützt Projekte sowie Kooperationen zur Schaffung von mehr Blühflächen. Außerdem werden eigene Standorte bienenfreundlich gestaltet.

Aktuell werden zum Thema zwei Gewinnspiele veranstaltet, bei denen u.a. Samentüten verlost werden.

GLOBAL 2000: Spenden für eine Zukunft ohne Pestizide

Die Insekten sterben – eine Bedrohung auch für uns Menschen. Insekten sind wichtige Bestäuber und viele Lebensmittel würde es ohne sie nicht geben. Grund sind neben Insektenkrankheiten, Monokulturen und Überdüngung insbesondere auch der übermäßige Einsatz von Pestiziden. Rund jede zehnte Wildbienenart ist in Europa vom Aussterben bedroht.

Die österreichische Naturschutzorganisation GLOBAL 2000 bittet um Spenden für den Kampf für eine pestizidfreie Zukunft

Ergebnisse Stunde der Wintervögel 2018

Amsel

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Vom 5. bis 7. Januar riefen NABU und LBV zum achten Mal zur bundesweiten „Stunde der Wintervögel“ auf. Bis zum Teilnahmeschluss hatten mehr als 123.000 Vogelfreundinnen und Vogelfreunde aus 83.000 Gärten rund 3,2 Millionen Vögel gemeldet. Auf einer interaktiven Karte können nun die detaillierten Beobachtungsergebnisse eingesehen werden.

Kampf um Białowieża

Der Białowieża-Nationalpark an der polnisch-weißrussischen Grenze gilt als letzter Tiefland-Urwald Europas. Er ist Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes und damit bestimmten Schutzvorschriften unterworfen. Diese betreffen auch die Holzeinschlagmenge.

Davon unbeeindruckt gestand die rechts-konservative Regierung 2016 der Holzwirtschaft das Dreifache der ursprünglich zugestandenen Menge zu. Die Europäische Kommission verklagte Polen daraufhin vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg. Der Gerichtshof erließ die Anordnung eines sofortigen Abholzungsstopps, die jedoch ignoriert wurde. Infolge wurde der Fall im August 2017 in das laufende Vertragsverletzungsverfahren gegen Polen aufgenommen. Dem Land drohen damit hohe Strafzahlungen.

Bewohner der strukturschwachen Gegend haben sich auf die Seite der polnischen Regierung geschlagen, weil sie um Arbeitsplätze in der Holzwirtschaft fürchten. Umweltschützer, die sich für den Erhalt des einzigartigen Gebiets einsetzen, werden vielfach kriminalisiert.

Trump schraubt Naturschutz zurück

US-Präsident Trump hat Naturschutzgebiete in Utah um mehr als 5.000 Quadratkilometer verkleinert. Damit ist der Weg frei für den Abbau von Bodenschätzen. Ureinwohner/innen und Naturschützer demonstrierten gegen die Maßnahme.

Glyphosat-Zulassung verlängert

Die Zulassung für Glyphosat in der EU wurde um fünf Jahre verlängert. 18 Mitgliedsstaaten stimmten dafür, neun dagegen. Ein Land enthielt sich seiner Stimme. Zu den befürwortenden Staaten zählte auch Deutschland, obwohl sich die Bundesregierung in diesem Punkt nicht einig ist. Bisher hatte sich Deutschland deshalb enthalten. Die aktuelle Zustimmung durch Landwirtschaftsminister Schmidt (CSU) belastet nun auch die Gespräche zur möglichen Neuauflage der großen Koalition. Umweltministerin Hendricks (SPD) sprach von einem Vertrauensbruch. Befürworter sehen in der Verlängerung der Zulassung eine Chance, die Wirkungen des Unkrautvernichtungsmittels noch besser untersuchen zu können. Eines ist unbestritten: Von der Verlängerung der Glyphosat-Zulassung profitiert die chemische Industrie in Deutschland. Der Chemiekonzern Bayer übernimmt den Glyphosat-Hersteller Monsanto.

Studien der Internationalen Agentur für Krebsforschung gehen davon aus, dass Glyphosat wahrscheinlich krebserregend ist. Darüber hinaus ist Glyphosat eine hormonaktive Substanz und ein starkes Antibiotikum. Im Rahmen des Monsanto-Tribunals berichteten 2016 Betroffene und Experten aus zahlreichen Ländern von den verheerenden Folgen der großflächigen Glyphosat-Anwendung. Amerikanische und europäische Gesundheitsbehörden kamen zu einem ganz anderen Schluss und bezeichneten Glyphosat als ungefährlich. Befürworter verweisen darauf, dass Glyphosat nur in hohen Konzentrationen gefährlich sein könne. Bei der normalen Anwendung träten diese hohen Werte nicht auf.

14. „Hamburger Gespräche für Naturschutz“

Der Nutzungsdruck auf den Wald z.B. als Rohstofflieferant oder Erholungsraum nimmt zu. Über diese Problematik diskutierten Expertinnen und Experten unterschiedlicher Disziplinen auf dem gestern stattfindenden Symposium im Rahmen der 14. „Hamburger Gespräche für Naturschutz“ der Michael Otto Stiftung für Umweltschutz. 130 Gäste aus Politik, Wirtschaft, NGOs, Medien und Wissenschaft nahmen teil. Es herrschte Einigkeit darüber, dass den zunehmenden negativen Einflüssen auf den Wald durch Umweltwandel und gesellschaftliche Ansprüche entschieden begegnet werden muss.