Kampf um Białowieża

Der Białowieża-Nationalpark an der polnisch-weißrussischen Grenze gilt als letzter Tiefland-Urwald Europas. Er ist Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes und damit bestimmten Schutzvorschriften unterworfen. Diese betreffen auch die Holzeinschlagmenge.

Davon unbeeindruckt gestand die rechts-konservative Regierung 2016 der Holzwirtschaft das Dreifache der ursprünglich zugestandenen Menge zu. Die Europäische Kommission verklagte Polen daraufhin vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg. Der Gerichtshof erließ die Anordnung eines sofortigen Abholzungsstopps, die jedoch ignoriert wurde. Infolge wurde der Fall im August 2017 in das laufende Vertragsverletzungsverfahren gegen Polen aufgenommen. Dem Land drohen damit hohe Strafzahlungen.

Bewohner der strukturschwachen Gegend haben sich auf die Seite der polnischen Regierung geschlagen, weil sie um Arbeitsplätze in der Holzwirtschaft fürchten. Umweltschützer, die sich für den Erhalt des einzigartigen Gebiets einsetzen, werden vielfach kriminalisiert.

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