Unglaublich, aber wahr: Flamingos in Deutschland

Flamingo

Flamingo – © Benjamin Grießmann

Nicht im Zoo, sondern in freier Wildbahn hat sich im westlichen Münsterland im Zwillbrocker Venn innerhalb der letzten 25 Jahre eine Flamingo-Kolonie etabliert. Und damit die nördlichste überhaupt; die nächsten Kolonien finden sich in der Camarque in Südfrankreich, in Spanien und Sizilien.
Wie es genau dazu kam, dass sich die subtropischen Vögel im kühlen Norden angesiedelt haben, ist unbekannt. Möglicherweise sind sie aus dem Zoo oder aus Privathaltung entkommen.
Fest steht, dass sie sich im Zwillbrocker Venn so richtig wohl fühlen und eine stabile Kolonie bilden. Forscher der Biologischen Station haben Jungvögel identifiziert, die als Erwachsene wiederkommen und selbst Junge großziehen. Im Winter wechseln die Tiere in ihre nahe gelegenen Quartiere an der niederländischen Küste und kehren Ende März zurück.

Stellungnahme aus Baden-Württemberg zur Endlagersuche in der Schweiz

Die Schweiz plant ein Endlager für radioaktive Abfälle nahe der Grenze zu Baden-Württemberg. Zum Ergebnisbericht der Etappe zwei des Suchverfahrens hat das Umweltministerium Baden-Württemberg eine Stellungnahme an das schweizerische Bundesamt für Energie abgegeben. Baden-Württemberg möchte besser beteiligt werden.

22. bis 25. Februar 2018: ADFC auf der „Fahrrad Essen“

Vom 22. bis 25. Februar 2018 findet die wichtigste Fahrradmesse in Nordrhein-Westfalen – die „Fahrrad Essen“ statt. Auch der ADFC Nordrhein-Westfalen ist mit einem eigenen Stand vertreten und informiert unter anderem über die Lastenradinitiative in Essen.

Ergebnisse Stunde der Wintervögel 2018

Amsel

© Benjamin Grießmann

Vom 5. bis 7. Januar riefen NABU und LBV zum achten Mal zur bundesweiten „Stunde der Wintervögel“ auf. Bis zum Teilnahmeschluss hatten mehr als 123.000 Vogelfreundinnen und Vogelfreunde aus 83.000 Gärten rund 3,2 Millionen Vögel gemeldet. Auf einer interaktiven Karte können nun die detaillierten Beobachtungsergebnisse eingesehen werden.

„Friedericke“ zweitschwerster Wintersturm seit 1997

Nach Schätzungen der deutschen Versicherungswirtschaft hat der Sturm „Friederike“ Schäden im Umfang von knapp einer Milliarde Euro verursacht. Er war damit der zweitschwerste Wintersturm seit 1997. Kostspielige Schäden sind z.B. am Schienennetz der Deutschen Bahn entstanden. „Kyrill“ schlug mit mehr als zwei Milliarden Euro zu Buche.

Baden-Württemberg möchte ein flächendeckendes Ladenetz schaffen

Elektroauto

© B. Grießmann

Das Land Baden-Württemberg möchte ein flächendeckendes Ladenetz im Zehn-Kilometer-Raster für Elektrofahrzeuge schaffen. Gesucht wird nun ein Konsortium, das mit möglichst geringem Förderbedarf des Landes ein entsprechendes System aufbaut und dessen Betrieb für mindestens sechs Jahre sicherstellt. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Landesagentur e-mobil BW durchgeführt. Start soll 2019 sein.

Kampf um Białowieża

Der Białowieża-Nationalpark an der polnisch-weißrussischen Grenze gilt als letzter Tiefland-Urwald Europas. Er ist Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes und damit bestimmten Schutzvorschriften unterworfen. Diese betreffen auch die Holzeinschlagmenge.

Davon unbeeindruckt gestand die rechts-konservative Regierung 2016 der Holzwirtschaft das Dreifache der ursprünglich zugestandenen Menge zu. Die Europäische Kommission verklagte Polen daraufhin vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg. Der Gerichtshof erließ die Anordnung eines sofortigen Abholzungsstopps, die jedoch ignoriert wurde. Infolge wurde der Fall im August 2017 in das laufende Vertragsverletzungsverfahren gegen Polen aufgenommen. Dem Land drohen damit hohe Strafzahlungen.

Bewohner der strukturschwachen Gegend haben sich auf die Seite der polnischen Regierung geschlagen, weil sie um Arbeitsplätze in der Holzwirtschaft fürchten. Umweltschützer, die sich für den Erhalt des einzigartigen Gebiets einsetzen, werden vielfach kriminalisiert.

Trump schraubt Naturschutz zurück

US-Präsident Trump hat Naturschutzgebiete in Utah um mehr als 5.000 Quadratkilometer verkleinert. Damit ist der Weg frei für den Abbau von Bodenschätzen. Ureinwohner/innen und Naturschützer demonstrierten gegen die Maßnahme.

Glyphosat-Zulassung verlängert

Die Zulassung für Glyphosat in der EU wurde um fünf Jahre verlängert. 18 Mitgliedsstaaten stimmten dafür, neun dagegen. Ein Land enthielt sich seiner Stimme. Zu den befürwortenden Staaten zählte auch Deutschland, obwohl sich die Bundesregierung in diesem Punkt nicht einig ist. Bisher hatte sich Deutschland deshalb enthalten. Die aktuelle Zustimmung durch Landwirtschaftsminister Schmidt (CSU) belastet nun auch die Gespräche zur möglichen Neuauflage der großen Koalition. Umweltministerin Hendricks (SPD) sprach von einem Vertrauensbruch. Befürworter sehen in der Verlängerung der Zulassung eine Chance, die Wirkungen des Unkrautvernichtungsmittels noch besser untersuchen zu können. Eines ist unbestritten: Von der Verlängerung der Glyphosat-Zulassung profitiert die chemische Industrie in Deutschland. Der Chemiekonzern Bayer übernimmt den Glyphosat-Hersteller Monsanto.

Studien der Internationalen Agentur für Krebsforschung gehen davon aus, dass Glyphosat wahrscheinlich krebserregend ist. Darüber hinaus ist Glyphosat eine hormonaktive Substanz und ein starkes Antibiotikum. Im Rahmen des Monsanto-Tribunals berichteten 2016 Betroffene und Experten aus zahlreichen Ländern von den verheerenden Folgen der großflächigen Glyphosat-Anwendung. Amerikanische und europäische Gesundheitsbehörden kamen zu einem ganz anderen Schluss und bezeichneten Glyphosat als ungefährlich. Befürworter verweisen darauf, dass Glyphosat nur in hohen Konzentrationen gefährlich sein könne. Bei der normalen Anwendung träten diese hohen Werte nicht auf.

Globale Allianz für Kohleausstieg

Großkraftwerk Mannheim

Großkraftwerk Mannheim, © Benjamin Grießmann

Während sich die Sondierer in Deutschland sich noch zieren, haben Großbrittanien und Kanada auf der UN-Klimakonferenz überraschend eine globale Allianz für den Kohleausstieg vorgestellt („Powering Past Coal Alliance“). Mit dabei sind viele weitere Partner, darunter Italien, Frankreich, Österreich, Finnland und Portugal. In der gemeinsamen Erklärung heißt es, dass der Ausstieg aus der Kohlevertromung einer der wichtigsten Schritte sei, um das 2-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens noch erreichen zu können. Damit gerät Deutschland zunehmend unter Druck. Bei den Jamaika-Sondierungen ist das Thema Kohleausstieg äußerst umstritten.

Inwiefern sich die Ankündigungen der globalen Allianz als substanziell herausstellen und nicht nur als  Luftnummer, werden die nächsten Monate und Jahre zeigen; und auch inwieweit die wegfallenden Strommengen durch Atomkraft aufgefangen oder tatsächlich die erneuerbaren Energien gefördert und weiterentwickelt werden sollen. Letzteres ist die Voraussetzung für einen erfolgreichen Ausstieg aus den fossilen Energieträgern. Deutschland muss nun aufpassen, den Anschluss an die Zukunft nicht zu verlieren. Experten sehen neben den Folgen für das Klima und der Landschaftszerstörung auch große gesundheitliche Beeinträchtigungen. Dies alles führt letztendlich auch zu wirtschaftlichen Einbußen.