Protest gegen geplante Rodungen im Hambacher Forst

Kohlekraftwerk – © Benjamin Grießmann

Kohlekraft in NRW

Die Kohlekommission verhandelt gerade über den Kohleaustieg, der Energiekonzern RWE möchte derweil weiter den Hambacher Forst für den Tagebau abholzen. Das hat den Protest von Umweltschützern auf den Plan gerufen. Sie drohen mit dem Ausstieg aus den Verhandlungen. RWE betont, dass die Abholzungen für die Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs in den nächsten Jahren erforderlich seien. Der Konzern zeigt sich verwundert, allen Beteiligten sei dieser Umstand klar gewesen. Der BUND widerspricht der Darstellung. Laut der Umweltschutzorganisation könne RWE auch ohne die Rodungen noch jahrelang genug Braunkohle in den Tagebauen Hambach und Garzweiler abbauen.

Globale Allianz für Kohleausstieg

Großkraftwerk Mannheim

Großkraftwerk Mannheim, © Benjamin Grießmann

Während sich die Sondierer in Deutschland sich noch zieren, haben Großbrittanien und Kanada auf der UN-Klimakonferenz überraschend eine globale Allianz für den Kohleausstieg vorgestellt („Powering Past Coal Alliance“). Mit dabei sind viele weitere Partner, darunter Italien, Frankreich, Österreich, Finnland und Portugal. In der gemeinsamen Erklärung heißt es, dass der Ausstieg aus der Kohlevertromung einer der wichtigsten Schritte sei, um das 2-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens noch erreichen zu können. Damit gerät Deutschland zunehmend unter Druck. Bei den Jamaika-Sondierungen ist das Thema Kohleausstieg äußerst umstritten.

Inwiefern sich die Ankündigungen der globalen Allianz als substanziell herausstellen und nicht nur als  Luftnummer, werden die nächsten Monate und Jahre zeigen; und auch inwieweit die wegfallenden Strommengen durch Atomkraft aufgefangen oder tatsächlich die erneuerbaren Energien gefördert und weiterentwickelt werden sollen. Letzteres ist die Voraussetzung für einen erfolgreichen Ausstieg aus den fossilen Energieträgern. Deutschland muss nun aufpassen, den Anschluss an die Zukunft nicht zu verlieren. Experten sehen neben den Folgen für das Klima und der Landschaftszerstörung auch große gesundheitliche Beeinträchtigungen. Dies alles führt letztendlich auch zu wirtschaftlichen Einbußen.

Braunkohle: Potenzielle Vattenfall-Käufer ziehen sich zurück

Wie das Aktionsbündnis Ende Gelände, das sich für den Ausstieg aus der Kohlekraft einsetzt, in einer Presseerklärung mitteilt, bleibt Vattenfall auf seinem Braunkohlegeschäft sitzen. Zwei potenzielle Käufer hätten vor Ende der Bietefrist ihre Angebote zurückgezogen. Das Aktionsbündnis bewertet den Rückzug als Erfolg seiner Kampagne. Der tschechische Energiekonzern CEZ sei zwar weiter an Vattenfalls Geschäft interessiert, aber nur unter sicheren politischen Rahmenbedingungen. Die Proteste der Aktivisten hatten daran offensichtlich Zweifel genährt.
Schon seit längerer Zeit sucht der schwedische Energiekonzern Vattenfall Käufer für seine Braunkohlesparte in Deutschland. Im November letzten Jahres hatte Vattenfall das Angebot der ebenfalls mitbietenden Umweltschutzorganisation Greenpeace zurückgewiesen. Greenpeace wollte die Braunkohlesparte in eine gemeinnützige Stiftung überführen. Sie bezifferte den „wahren Wert“ wegen der hohen Folgekosten zur Behebung von Umweltschäden auf minus 2 Milliarden Euro.
Aktionsbündnis Ende Gelände
Braunkohle in der Lausitz (Greenpeace)
Bundesverband Braunkohle