Glyphosat-Zulassung verlängert

Die Zulassung für Glyphosat in der EU wurde um fünf Jahre verlängert. 18 Mitgliedsstaaten stimmten dafür, neun dagegen. Ein Land enthielt sich seiner Stimme. Zu den befürwortenden Staaten zählte auch Deutschland, obwohl sich die Bundesregierung in diesem Punkt nicht einig ist. Bisher hatte sich Deutschland deshalb enthalten. Die aktuelle Zustimmung durch Landwirtschaftsminister Schmidt (CSU) belastet nun auch die Gespräche zur möglichen Neuauflage der großen Koalition. Umweltministerin Hendricks (SPD) sprach von einem Vertrauensbruch. Befürworter sehen in der Verlängerung der Zulassung eine Chance, die Wirkungen des Unkrautvernichtungsmittels noch besser untersuchen zu können. Eines ist unbestritten: Von der Verlängerung der Glyphosat-Zulassung profitiert die chemische Industrie in Deutschland. Der Chemiekonzern Bayer übernimmt den Glyphosat-Hersteller Monsanto.

Studien der Internationalen Agentur für Krebsforschung gehen davon aus, dass Glyphosat wahrscheinlich krebserregend ist. Darüber hinaus ist Glyphosat eine hormonaktive Substanz und ein starkes Antibiotikum. Im Rahmen des Monsanto-Tribunals berichteten 2016 Betroffene und Experten aus zahlreichen Ländern von den verheerenden Folgen der großflächigen Glyphosat-Anwendung. Amerikanische und europäische Gesundheitsbehörden kamen zu einem ganz anderen Schluss und bezeichneten Glyphosat als ungefährlich. Befürworter verweisen darauf, dass Glyphosat nur in hohen Konzentrationen gefährlich sein könne. Bei der normalen Anwendung träten diese hohen Werte nicht auf.

Plusminus zu Glyphosat: „Deutsche Behörden tun alles, dass die Geschäfte weiterlaufen.“

Das ARD-Magazin „Plusminus“ berichtet in seinem Beitrag vom 30. März 2016 von engen Verbindungen zwischen Chemieindustrie und europäischen sowie deutschen Kontrollbehörden. Dies erkläre, warum das Pestizid Glyphosat, das u.a. von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft wird, trotzdem für weitere 15 Jahre zugelassen werden soll.
Plusminus (ARD): Glyphosat – Pestizid unter Krebsverdacht (30.03.16) auf YouTube ansehen