Kampf um Białowieża

Der Białowieża-Nationalpark an der polnisch-weißrussischen Grenze gilt als letzter Tiefland-Urwald Europas. Er ist Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes und damit bestimmten Schutzvorschriften unterworfen. Diese betreffen auch die Holzeinschlagmenge.

Davon unbeeindruckt gestand die rechts-konservative Regierung 2016 der Holzwirtschaft das Dreifache der ursprünglich zugestandenen Menge zu. Die Europäische Kommission verklagte Polen daraufhin vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg. Der Gerichtshof erließ die Anordnung eines sofortigen Abholzungsstopps, die jedoch ignoriert wurde. Infolge wurde der Fall im August 2017 in das laufende Vertragsverletzungsverfahren gegen Polen aufgenommen. Dem Land drohen damit hohe Strafzahlungen.

Bewohner der strukturschwachen Gegend haben sich auf die Seite der polnischen Regierung geschlagen, weil sie um Arbeitsplätze in der Holzwirtschaft fürchten. Umweltschützer, die sich für den Erhalt des einzigartigen Gebiets einsetzen, werden vielfach kriminalisiert.

Cross River-Urwald in Nigeria bedroht

Nigeria ist dicht besiedelt. Der Cross River-Urwald hat sich aber erhalten. Er ist Heimat des Ekuri-Volkes und bietet Waldelefanten und Schimpansen noch genügend Schutz. Laut Rettet den Regenwald e.V. ist das Paradies jedoch akut durch Baupläne bedroht. Gehe es nach Ben Ayade, Gouverneur des Cross River-Bundesstaates, werde bald ein Super-Highway den Urwald durchschneiden. Nachdem sich die Ekuri den anrückenden Baumaschinen in den Weg gestellt hätten, sei in der Nachbargemeinde bereits mit Rodungsarbeiten begonnen worden. In großem Stil sei für das Projekt Land beschlagnahmt worden, das den Ekuri gehöre. Rettet den Regenwald e.V. will mit einer Petition gegen das Projekt protestieren.
Zur Petition „Bitte unterschreiben: Riesen-Bäume in Nigeria retten“