„Auch die Erwachsenen sollten auf die Straße gehen!“

Prof. Dr. Harald Lesch plädiert in seinem Vortrag beim 9. Hessischen Klimaempfang 2019 für neue Lebensmodelle. Die Menschheit habe sich mittlerweile extrem von der Natur entfernt und könne immer schlechter die Folgen ihres Handelns beurteilen. Es müssten ethische Vorstellungen für die Verwendung von Technologien entwickelt werden. Zum Beispiel müsse die Digitalisierung dringend in eine nachhaltige Strategie eingebettet werden. Die Zeit dränge, mit der Natur lasse sich nicht verhandeln.

Ein Baum für 45 Suchanfragen

Dass das Surfen im Internet sehr viel Energie verbraucht und die Bereitstellung der Infrastruktur einen großen Teil zum Klimawandel beiträgt, ist vielen Nutzer*innen nicht bewusst. Um Energie zu sparen, sollte man zum Beispiel Streaming-Dienste beenden, sobald man das Haus verlässt. Auch bei der Nutzung von Suchmaschinen können Surfer etwas zum Klimaschutz beitragen. Die Suchmaschine Ecosia verwendet Ihre Gewinne, um Bäume zu pflanzen. Die Server werden zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien betrieben.

Alle fürs Klima, 20.9.19

Fridays for Future will ab 20. September unter dem Motto „Alle fürs Klima“ eine Woche lang in Bonn streiken. Dazu soll ein Camp im Hofgarten eingerichtet werden. Interessierte können an Vorträgen, Workshops und Diskussionen teilnehmen.

Weltweiter Aktionstag: „Rise for Climate“, 8. September 2018

Am 8. September werden sich weltweit auf Tausenden Demos und Veranstaltungen Menschen versammeln, um von öffentlichen Einrichtungen und lokalen Regierungen zu verlangen, dass sie sich zum Aufbau einer Welt ohne Kohle, Öl und Gas verpflichten. Die Hauptforderung lautet: „Kein Aufschieben mehr, keine Verzögerungen mehr: Die Zeit ist reif für eine Bürger-Energiewende hin zu 100 % Erneuerbaren.“ Die Initiatoren gehen von der Grundannahme aus, dass echter Klimaschutz nur von der Basis aus wachsen kann und lokales Handeln den Weg in eine klimafreundliche Zukunft aufzeigt.

MOSAiC-Expedition startet 2019

Die Polarstern, Forschungsschiff des Alfred-Wegener-Instituts, wird im Herbst 2019 zu einer bisher einmaligen Polarexpeditionen in die zentrale Arktis aufbrechen. Ziel ist die Sammlung von Klimadaten in der im Winterhalbjahr kaum erreichbaren Region. Die Arktis gilt als Frühwarnsystem für den Klimawandel. Die Auswirkungen von Veränderungen in der Arktis auf den weltweiten Klimawandel sollen damit besser verstanden werden. Insgesamt werden 600 Menschen aus 17 Ländern an der Expedition teilnehmen. Die Polarstern wird bei bis zu -45° Celsius vom arktischen Eis eingeschlossen und muss über Eisbrecher und Flugzeuge versorgt werden. Auf dem Eisschild wird im Umkreis von 50 Kilometern ein ganzes Netzwerk von Messstationen eingerichtet.  Das Budget beträgt über 120 Millionen Euro und wird vor allem über die Helmholtz-Gemeinschaft getragen.

Globale Allianz für Kohleausstieg

Großkraftwerk Mannheim

Großkraftwerk Mannheim, © Benjamin Grießmann

Während sich die Sondierer in Deutschland sich noch zieren, haben Großbrittanien und Kanada auf der UN-Klimakonferenz überraschend eine globale Allianz für den Kohleausstieg vorgestellt („Powering Past Coal Alliance“). Mit dabei sind viele weitere Partner, darunter Italien, Frankreich, Österreich, Finnland und Portugal. In der gemeinsamen Erklärung heißt es, dass der Ausstieg aus der Kohlevertromung einer der wichtigsten Schritte sei, um das 2-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens noch erreichen zu können. Damit gerät Deutschland zunehmend unter Druck. Bei den Jamaika-Sondierungen ist das Thema Kohleausstieg äußerst umstritten.

Inwiefern sich die Ankündigungen der globalen Allianz als substanziell herausstellen und nicht nur als  Luftnummer, werden die nächsten Monate und Jahre zeigen; und auch inwieweit die wegfallenden Strommengen durch Atomkraft aufgefangen oder tatsächlich die erneuerbaren Energien gefördert und weiterentwickelt werden sollen. Letzteres ist die Voraussetzung für einen erfolgreichen Ausstieg aus den fossilen Energieträgern. Deutschland muss nun aufpassen, den Anschluss an die Zukunft nicht zu verlieren. Experten sehen neben den Folgen für das Klima und der Landschaftszerstörung auch große gesundheitliche Beeinträchtigungen. Dies alles führt letztendlich auch zu wirtschaftlichen Einbußen.

EU fordert von der Autoindustrie niedrigere CO2-Grenzwerte

Verkehr auf der Autobahn A61

© Benjamin Grießmann

Die EU-Kommission hat eine Verschärfung der Grenzwerte für den CO2-Ausstoß von Autos beschlossen. Bis 2030 müssten die Emissionen um 30 Prozent gemindert werden. Die Vorschläge stoßen bei den Autoherstellern auf wenig Gegenliebe. Aber auch die Befürworter strengerer Regelungen sind wenig begeistert. Den Grünen gehen die Schritte nicht weit genug. Sie fordern eine Reduktion von mindestens 60 Prozent. Anderenfalls könnten die Pariser Klimaziele nicht erreicht werden, so die grüne Europa-Abgeordnete Rebecca Harms in einem ZDF-Interview.

WMO: CO2-Konzentration auf Rekordniveau

Wolkenformation

© Benjamin Grießmann

Die CO2-Konzentration ist auf ein Rekordniveau von 403,3 ppm gestiegen. Das teilte die Weltwetterorganisation (WMO) mit. 1996 betrug die CO2-Konzentration erst 362 ppm. Noch nie sei ein so starker Anstieg wie vergangenes Jahr verzeichnet worden. Vor 3-5 Millionen Jahren gab es zuletzt so hohe CO2-Werte; bei einem 10 bis 20 Meter höheren Meeresspiegel. Hauptgründe für die heutigen hohen Konzentrationen sehen Experten in der intensiven Landwirtschaft, dem Bevölkerungswachstum und der zunehmenden Industrialisierung.

Beluga II Flusstour 2017 noch bis Mitte November 2017

Greenpeace Beluga II in Bonn

Greenpeace Beluga II in Bonn, © Benjamin Grießmann

Aktuell tourt die Beluga II von Greenpeace mit einer Ausstellung über Klimamigration durch Deutschland. Das Schiff befindet sich derzeit in Würzburg und wird noch die Städte Bamberg, Schweinfurt, Mannheim und Stuttgart ansteuern bevor es ab dem 28. Oktober in Bonn für längere Zeit vor Anker geht. Die Tour endet voraussichtlich am 17. November 2017.
Die Ausstellung informiert über die Vertreibung von Menschen aus ihren Heimatländern durch Wetterextreme als direkte Folge des menschengemachten Klimawandels. An den Open-Boat Tagen finden Ausstellungs- und Bootsführungen in der Regel vormittags und nachmittags in Kleingruppen statt. Dabei ist mit Besucherandrang und Wartezeiten zu rechnen.

Klimawissen für alle: Englischsprachige Vorlesung startet am 1. Oktober 2017

Anlässlich der Weltklimakonferenz, die im November in Bonn stattfindet, bieten der WWF Deutschland und das Deutsche Klima-Konsortium eine kostenlose Online-Vorlesung zum Thema Klimaschutz an.
Unter den Keyspeakern befindet sich Prof. Dr. Mojib Latif vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. Gastwissenschaftler aus Indien, den Malediven und Afrika geben auch den vom Klimawandel direkt betroffenen Ländern in dem Kurs eine authentische Stimme. Als Moderatorin wird Helena Humphrey, Journalistin der deutschen Welle, durch den Klima-Kurs führen.
Die Teilnehmer lernen alles über die Ursachen und Folgen des Klimawandels sowie über mögliche Handlungsoptionen. Die englischsprachige Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten, die sich Klimawissen aneignen möchten.
Die Kapitel des Kurses bestehen aus kurzen Videoclips, Quizfragen sowie ergänzenden, interaktiven Lehrmaterialien. Am Ende des Kurses wird ein Zertifikat als Nachweis der Weiterbildung ausgestellt. Teilnehmer können zudem digitale Auszeichnungen, sogenannte Open Badges, erwerben. Dank der Förderung des Auswärtigen Amtes steht der Kurs jedem kostenlos zur Verfügung.