Nitratbelastung in Deutschland – Wasserpreise könnten um bis zu 45 Prozent steigen

Vor dem Hintergrund der Diskussion um steigende Wasserpreise fordert Greenpeace ein Umdenken im Agrarsektor. Die Massentierhaltung müsse begrenzt und die Düngegesetze verschärft werden. Durch die hohe Nitratbelastung des Grundwassers muss das Trinkwasser in Deutschland immer aufwändiger aufbereitet werden. Experten rechnen mit Preissteigerungen von bis zu 45 Prozent. Die EU hat Deutschland bereits wegen der hohen Nitratbelastung verklagt.

Standing Rock-AktivistInnen besuchen rheinisches Braunkohlerevier

Vor einem Jahr haben vor allem indigene Gruppen mit Protestcamps begonnen, gegen die Dakota Access Öl-Pipeline zu demonstrieren. Die Pipeline kreuzt direkt beim Lakota Reservat „Standing Rock“ den Missouri River und droht das Trinkwasser der Region zu verschmutzen.

Nun kommen vier Standing Rock-Aktivisten/Altivistinnen ins rheinische Braunkohlerevier. Am 03.06. berichten sie um 18 Uhr in der Alten Feuerwache in Köln von ihren Erfahrungen und am 04.07. besuchen sie von 14-18 Uhr im Rahmen eines öffentlichen Waldspaziergangs mit Michael Zobel die Waldbesetzung im Hambacher Forst. Der Besuch im Rheinland wird von der Gruppe ausgeco2hlt organisiert. Zweck der Reise sind die Vernetzung und der Austausch mit der europäischen Klimabewegung.

Quelle: Pressemitteilung „Standing Rock-AktivistInnen im rheinischen Braunkohlerevier“ vom 31.05.17, presse@ausgeco2hlt.de

Trump macht Ernst: Rolle rückwärts beim Klimaschutz

US-Präsident Donald Trump setzt eines seiner Wahlversprechen um und dreht die Uhr in Sachen Klimaschutz weit zurück. Sein Vorgänger Obama hatte eine Regelung durchgesetzt, nach der jede Entscheidung auf ihre Wirkungen auf die Umwelt abgeklopft werden musste. Das umfasste insbesondere auch Effekte auf das Klima. Die ohnehin schon schrumpfende Kohleindustrie musste dadurch Einbußen hinnehmen. Trump hat nun mit einem Dekret die Beschränkungen zurückgenommen und verspricht riesige Gewinne und Arbeitsplätze. Kohle soll damit wieder unbeschränkt gefördert werden können. Doch selbst Lobbyisten der Kohlewirtschaft bezweifeln, dass die ganz großen Zeiten des Energieträgers Kohle wieder zurückkehren werden. Langfristig müssten sich die beteiligten Akteure auf neue Einnahmequellen einstellen.
Umweltaktivisten sind von Trumps Entscheidungen entsetzt. Mit dem neuen Dekret könnten die Ziele des Klimaabkommens von Paris niemals erreicht werden. Dass die USA ihre Klimaschutzzusagen zurücknehmen und damit die Führungsrolle in Sachen Klima an China abtreten, wird von Experten jedoch nicht erwartet.

TV-Tipp: Hart aber fair mit NABU-Präsident Olaf Tschimpke

Am Montag (23. Januar 2017, 21 Uhr, ARD) ist NABU-Präsident Olaf Tschimpke zu Gast in der Talk-Sendung „Hart aber fair“. Themen der Sendung sind Infrastrukturprojekte versus Artenschutz mit dem Fokus auf Windenergie, Wolf, Wald und Klagen der Umweltverbände. Mit dabei sind u.a. Barbara Hendricks, Bundesumweltministerin sowie Enoch zu Guttenberg, Mitbegründer des BUND (inzwischen ausgetreten) und erklärter Windkraftgegner.
Hart aber fair: Mensch raus, Wolf rein – wie viel Naturschutz verträgt unser Land? (Sendung vom 23. Januar 2017, ARD-Mediathek)

scinexx.de: Klimaphänomene fördern Belastungen durch toxische Algenblüten

Das Klima-Phänomen El-Niño hat riesige Teppiche aus Algen und Cyanobakterien zur Folge. Experten vermuten, dass Speisemuscheln und Krabben immer öfter mit Algengiften belastet sein könnten, berichtet das Wissensmagazin scinexx.de. In den von El Niño betroffenen Gebieten muss die Muschelernte immer wieder ausgesetzt werden. Durch den Klimawandel nehmen extreme El Niños in den letzten Jahrzehnten zu.
Giftige Muscheln durch El Nino & Co (scinexx.de)
Climatic regulation of the neurotoxin domoic acid (PNAS)

Projekt „Schulwälder gegen Klimawandel“

Stieleiche

Anlässlich der diesjährigen Naturschutzwoche Niedersachsen startet die Stiftung Zukunft Wald im Rahmen ihres Projekts „Schulwälder gegen Klimawandel“ mit insgesamt neun Aktionen zum Wald- und Artenschutz in den November. Im gesamten Bundesland gehen Kindergartenkinder, Schülerinnen und Schüler sowie Auszubildende raus in die Natur und pflanzen eigenhändig mehr als 30.000 Bäume und Sträucher. Ziel der Aktionswoche ist es, junge Menschen spielerisch an die Themen Wald und Umwelt heranzuführen und ein Naturbewusstsein zu fördern.
Quelle: Pressemitteilung der Stiftung Zukunft Wald vom 2. November 2016

Fichte ist Baum des Jahres 2017

Zwar ist sie die häufigste Baumart in Deutschland, die Fichte ist jedoch nicht unumstritten. Kritiker sehen sie als Inbegriff für artenarme und naturferne Monokulturen. Andererseits war und ist sie ein wichtiger Baum für die deutsche Holzwirtschaft. Trotz der Fragwürdigkeit hat die Dr. Silvius Wodarz Stiftung die Fichte nun als Baum des Jahres gekürt. Die Fichte habe wie keine andere Baumart den deutschen Wald in den letzten zwei Jahrhunderten geprägt und stehe als Symbol für eine gelungene Wiederbewaldung in Deutschland nach der Holznot im 18. und 19. Jahrhundert.
Dr. Silvuis Wodarz Stiftung: Die Fichte ist Baum des Jahres 2017

EnBW unterliegt im Rechtsstreit 

Nach Verkündung des Atommoratoriums 2011 strengte EnBW eine Klage gegen den Bund und das Land Baden-Württemberg an. Der Konzern verlangte 261 Millionen Euro Schadenersatz für die Abschaltung zweier Atomkraftwerke, die seiner Meinung nach rechtswidrig gewesen sei. Nun hat das Gericht die Klage abgewiesen. Die Begründung: EnBW habe die Klage zu spät eingereicht und damit die Anordnung bestandskräftig werden lassen.

Mars-Mission sucht nach Leben auf dem roten Planeten

Pünktlich um 10:31 Uhr hob heute eine Trägerrakete vom Weltraumbahnhof in Baikonur ab. Das Ziel der Forschungsmission: Unser Nachbarplanet Mars. Es soll untersucht werden, ob es Leben in Form kleiner Mikroben auf dem Mars gibt. Ein Indiz kleinster Lebensformen könnte die Existenz von Methan auf dem roten Planeten sein. Allerdings könnte das Gas auch vulkanischen Ursprungs sein. Bis erste Ergebnisse feststehen, werden aber noch Jahre ins Land gehen. Die Reise zum Mars dauert viele Monate. Heute wurde aber ein erster erfolgreicher Schritt getan. Die Mitarbeiter der ESA, die die Mission von Darmstadt aus steuern, zeigten sich hochzufrieden mit dem Start.
ESA Mars Express

Fairphone setzt jetzt auch Fairtrade-Gold ein

Das Fairphone ist das erste unter weitgehend fairen Bedingungen produzierte Smartphone der Welt. Die erste Edition des Fairphone war ab 2013 erhältlich, das Fairphone 2 kann seit Sommer 2015 bestellt werden. Das Gerät ist modular aufgebaut und kann sehr leicht repariert werden, was die Lebensdauer verlängert und damit positive Auswirkungen auf die Umweltverträglichkeit hat. Für die Herstellung werden konfliktfreie Rohstoffe aus armen Gebieten verwendet. Zum ersten Mal im Bereich der Consumer-Elektronik-Industrie wird seit kurzem auch fair produziertes und gehandeltes Gold in der Lieferkette des Fairphone eingesetzt. Im Rahmen der UN-Klimakonferenz im Herbst 2015 in Paris wurde Fairphone als Vorbild für den Wandel zu mehr Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit von den Vereinten Nationen ausgezeichnet. Kritiker des Fairphone bemängeln den relativ hohen Preis bei mittelmäßigen Leistungswerten. Außerdem werde mit Android ein weniger faires Betriebssystem verwendet, das hauptsächlich Einnahmen für Google und damit für einige wenige der reichsten Menschen der Welt produziere. Zumindest diesem Kritikpunkt haben sich die Macher des Fairphone jetzt angenommen. Die Community arbeitet an einer Sailfish OS-Portierung für das Fairphone.
Offizielle Fairphone-Site
Amnesty’s full report on cobalt mining
Jolla community working on Sailfish OS for the Fairphone 2