Richter stoppen vorläufig die Rodung des Hambacher Forsts, BUND jubelt

Das Oberverwaltungsgericht Münster hat die Rodungsarbeiten im Hambacher Forst vorläufig gestoppt. Die Richter entsprachen damit einem Eilantrag des Umweltverbandes BUND. Laut einer Pressemitteilung des Gerichts müsse – bevor vollendete Tatsachen geschaffen würden – geklärt werden, ob das Gebiet der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) unterstehe. Das in dieser Sache beim Verwaltungsgericht Köln anhängige Verfahren müsse zunächst abgewartet werden. Vertreter des BUND sprechen von einem großen Erfolg und vom Anfang des Endes der Braunkohleförderung. 

Protest gegen geplante Rodungen im Hambacher Forst

Kohlekraftwerk – © Benjamin Grießmann

Kohlekraft in NRW

Die Kohlekommission verhandelt gerade über den Kohleaustieg, der Energiekonzern RWE möchte derweil weiter den Hambacher Forst für den Tagebau abholzen. Das hat den Protest von Umweltschützern auf den Plan gerufen. Sie drohen mit dem Ausstieg aus den Verhandlungen. RWE betont, dass die Abholzungen für die Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs in den nächsten Jahren erforderlich seien. Der Konzern zeigt sich verwundert, allen Beteiligten sei dieser Umstand klar gewesen. Der BUND widerspricht der Darstellung. Laut der Umweltschutzorganisation könne RWE auch ohne die Rodungen noch jahrelang genug Braunkohle in den Tagebauen Hambach und Garzweiler abbauen.

Stellungnahme aus Baden-Württemberg zur Endlagersuche in der Schweiz

Die Schweiz plant ein Endlager für radioaktive Abfälle nahe der Grenze zu Baden-Württemberg. Zum Ergebnisbericht der Etappe zwei des Suchverfahrens hat das Umweltministerium Baden-Württemberg eine Stellungnahme an das schweizerische Bundesamt für Energie abgegeben. Baden-Württemberg möchte besser beteiligt werden.

Globale Allianz für Kohleausstieg

Großkraftwerk Mannheim

Großkraftwerk Mannheim, © Benjamin Grießmann

Während sich die Sondierer in Deutschland sich noch zieren, haben Großbrittanien und Kanada auf der UN-Klimakonferenz überraschend eine globale Allianz für den Kohleausstieg vorgestellt („Powering Past Coal Alliance“). Mit dabei sind viele weitere Partner, darunter Italien, Frankreich, Österreich, Finnland und Portugal. In der gemeinsamen Erklärung heißt es, dass der Ausstieg aus der Kohlevertromung einer der wichtigsten Schritte sei, um das 2-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens noch erreichen zu können. Damit gerät Deutschland zunehmend unter Druck. Bei den Jamaika-Sondierungen ist das Thema Kohleausstieg äußerst umstritten.

Inwiefern sich die Ankündigungen der globalen Allianz als substanziell herausstellen und nicht nur als  Luftnummer, werden die nächsten Monate und Jahre zeigen; und auch inwieweit die wegfallenden Strommengen durch Atomkraft aufgefangen oder tatsächlich die erneuerbaren Energien gefördert und weiterentwickelt werden sollen. Letzteres ist die Voraussetzung für einen erfolgreichen Ausstieg aus den fossilen Energieträgern. Deutschland muss nun aufpassen, den Anschluss an die Zukunft nicht zu verlieren. Experten sehen neben den Folgen für das Klima und der Landschaftszerstörung auch große gesundheitliche Beeinträchtigungen. Dies alles führt letztendlich auch zu wirtschaftlichen Einbußen.

Wenn Strom und Gas vegan sein sollen

Solarpanel

Vegane Stromerzeugung, © Benjamin Grießmann

Was ist die Steigerung von „Öko“? Vegan! Und so gibt es nicht nur vegane Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs, die ohne tierische Rohstoffe hergestellt werden, sondern auch vegane Energieträger. Befürworter verweisen auf das Tierleid und die ökologischen Folgen der Güllewirtschaft.

Bei der Herstellung von veganem Strom oder Gas wird darauf geachtet, dass im gesamten Prozess keine Tiere zu schaden kommen. Nach besonders strengen Auslegungen scheiden auch die regenerativen Energiequellen Wind- und Wasserkraft aus, weil beim Betrieb der Kraftwerke Tiere verletzt oder getötet werden können (z.B. Vogelschlag). Kohle- und Atomstrom wird bei den meisten Veganern, die nachhaltig orientiert sind, ebenfalls nicht in Frage kommen. Bleibt als „veganste“ Form der Stromerzeugung eigentlich nur die Photovoltaik übrig. Die vegane Gasproduktion zeichnet sich dadurch aus, dass keine tierischen (Gülle etc.), sondern ausschließlich pflanzliche Ausgangsprodukte zum Einsatz kommen.

Mit der Marke „vegawatt“ platzieren die Technischen Werke Ludwigshafen (TWL) ein Angebot speziell für Kunden mit veganem Lebensstil. Der Strom stammt laut Anbieter zu 100 Prozent aus Photovoltaik-Anlagen und das Gas wird aus Zuckerrübenschnitzeln gewonnen. Andere Anbieter bewerben das Schlagwort „vegan“ nicht explizit, haben aber  ebenfalls Produkte im Angebot, die für Veganer unter Umständen in Frage kommen können. Bei den meisten Ökostromprodukten sind jedoch Anteile von Wind- und Wasserkraft enthalten. Hier muss jeder selbst entscheiden, inwieweit die einzelnen Angebote mit den individuellen (veganen) Ansprüchen vereinbar sind. Ebenso im Bereich Biogas. Der Anbieter LichtBlick wirbt damit, dass sein Biogas auschließlich aus Pflanzenresten und Grünschnitt gewonnen wird. Greenpeace Energy erzeugt sein Gas aus Strom, der allerdings mit Hilfe von Windkraft erzeugt wird. Allgemeine Empfehlung: Interessierte sollten bei den Anbietern explizit nachfragen und einzelne Produkte genau vergleichen.

Brennelemente aus Deutschland nach Tihange geliefert

Die Städteregion Aachen fühlt sich von der Bundesregierung alleine gelassen. Das umstrittene Atomkraftwerk Tihange in Belgien wurde mit Brennelementen aus Deutschland beliefert. Genehmigt wurde der Transport im Juni 2016 vom Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE), das dem Bundesumweltministerium untersteht. Noch im April 2016 forderte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks die vorübergehende Stilllegung der betroffenen Reaktoren.

Greenpeace-Studie: Frauen und Kinder leiden besonders stark unter Fukushima

Laut einer Greenpeace-Studie ist die Zahl der Menschenrechtsverletzungen bei Frauen und Kindern nach dem Atomunfall im Kraftwerk Fukushima Daiichi deutlich gestiegen. So sei es zu einem Anstieg körperlicher Gewalt und häuslichen Missbrauchs während des Ausnahmezustands gekommen. Und das, obwohl Japan eine Wohlstandsnation und Unterzeichner von Menschenrechtsabkommen ist. In Japan seien besonders verletzliche Gruppen nach dem Super-Gau nicht ausreichend geschützt worden. Frauen und Kinder litten neben gesundheitlichen insbesondere auch an seelischen sowie finanziellen und sozialen Folgen.

Ecoterra: Stoppt den DAPL-Kredit der BayernLB!

Die nichtstaatliche Organisation Ecoterra International ruft zum Widerstand gegen die Mitfinanzierung des Pipeline-Projekts Dakota Access Pipeline (DAPL) durch die Bayerische Landesbank auf. Unterstützerinnen und Unterstützer können einen Eil-Apell gegen den Kredit unterzeichnen. Die Entscheidung über die Bewilligung des Kredits will die Bayerische Landesbank Mitte Februar treffen.

Der neue US-Präsident Trump möchte das umstrittene Pipeline-Projekt fortführen, das von seinem Vorgänger Obama nach zahlreichen Protesten nicht genehmigt wurde. Der Bau wird seit Beginn von US- und weltweiten Protesten begleitet und wurde mehrmals auch gerichtlich gestoppt. Es gibt Befürchtungen, dass DAPL die Wasser-Sicherheit von mehreren Millionen Menschen, die am Missouri leben, gefährden und extrem viele Klimagase verursachen könnte. Insbesondere sind viele Einwohner des flussabwärts gelegenen Standing Rock-Reservats besorgt. Sprecher der Standing Rock Sioux erklärten, dass der Bau ihre garantierten Rechte aus historischen Abkommen verletze. Das Öl, das durch die Pileline fließen soll, stammt aus sogenannten nicht-konventionellen Lagerstätten und wird mit Hilfe von Fracking gewonnen.

Die Befürworter betonen die Sicherheit der geplanten Pipeline und weisen beispielsweise darauf hin, dass umweltschädliche Transportbewegungen per Lastwagen vermieden werden könnten.

GeoTherm 2017

Am 15. und 16. Februar 2017 wird die Messe GeoTHERM Offenburg zum elften Mal veranstaltet. Die Messe versteht sich als zentraler Marktplatz der Geothermie-Branche.
Am Vortag, 14. Februar, findet in Kooperation mit der Internationalen Geothermischen Vereinigung (IGA) und der Internationalen Energieagentur (IEA Geothermal TCP)
ein Lateinamerika-Symposium statt.
Weitere Informationen zur GeoTHERM Offenburg

Broschüre „Photovoltaik und Batteriespeicher“

Solaranlage in der Nähe von HeidelbergViele Menschen in Deutschland setzen auf die Nutzung der Sonnenenergie zur Stromerzeugung. Ende 2016 waren rund 1,5 Millionen Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 41 Gigawatt installiert. Eine neue Broschüre des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg informiert darüber, wie Überschüsse nicht nur in das öffentliche Stromnetz eingespeist, sondern auch für den Eigenverbrauch gespeichert werden können. Die Broschüre beantwortet grundlegende Fragen: Wie sollten Solarstromspeicher dimensioniert werden? Welche Speichertypen und -systeme gibt es? Wie wird die Neuinstallation oder Nachrüstung gefördert?
Publikation: Photovoltaik und Batteriespeicher – Technologie, Integration, Wirtschaftlichkeit (Information und Download)