EU-Behörde ECHA: Glyphosat nicht krebserregend

Die für Chemikalien zuständige EU-Behörde ( ECHA, European Chemicals Agency) stuft Glyphosat in einer heute veröffentlichten Studie als nicht krebserregend ein. Durch diese Einschätzung könnte die Zulassung für das Unkrautvernichtungsmittel in der EU verlängert werden. Die Wirkung von Glyphosat ist hoch umstritten. 2015 stufte die Weltgesundheitsorganisation WHO Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend” ein. Bürgerinitiativen und Umweltorganisationen wie Greenpeace werfen der ECHA vor, die Gefahren unter den Teppich zu kehren.

Untersuchung: Landwirtschaftliche Erzeugnisse aus Baden-Württemberg frei von Gentechnik

Feld mit MohnblumenDas Land Baden-Württemberg führt seit 2004 jährlich in einem Ernte-Monitoring-Programm Untersuchungen auf gentechnisch veränderte Organismen durch. 2015 und 2016 gab es für keine Pflanzenart Hinweise auf gentechnische Veränderungen. Der baden-württembergische Verbraucherminister Peter Hauk spricht von einem erfreulichen Ergebnis, das den Erfolg der auf den Weg gebrachten Maßnahmen zeige.

Zuständig für die Untersuchungen auf gentechnisch veränderte Organismen sind das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) in Freiburg bzw. das Landwirtschaftliche Technologiezentrum (LTZ) Augustenberg für entsprechende Untersuchungen in Saatgut und Futtermitteln.

Aktionsbündnis gentechnikfreie Landwirtschaft

Baden-Württemberg: Keine Gentechnik in heimischen Erzeugnissen (proplanta-Fachportal)

Heimische landwirtschaftliche Erzeugnisse sind gentechnikfrei (Pressemitteilung des Landes Baden-Württemberg)

scinexx.de: Klimaphänomene fördern Belastungen durch toxische Algenblüten

Das Klima-Phänomen El-Niño hat riesige Teppiche aus Algen und Cyanobakterien zur Folge. Experten vermuten, dass Speisemuscheln und Krabben immer öfter mit Algengiften belastet sein könnten, berichtet das Wissensmagazin scinexx.de. In den von El Niño betroffenen Gebieten muss die Muschelernte immer wieder ausgesetzt werden. Durch den Klimawandel nehmen extreme El Niños in den letzten Jahrzehnten zu.
Giftige Muscheln durch El Nino & Co (scinexx.de)
Climatic regulation of the neurotoxin domoic acid (PNAS)

Greenpeace warnt vor Ethoxyquin in Fischprodukten

Greenpeace hat 54 Fischprodukte aus Lachs, Forelle, Dorade und Wolfsbarsch auf die Substanz Ethoxyquin untersuchen lassen. In allen 38 Speisefischen aus konventionellen Aquakulturen wurden hohe Mengen der Chemikalie, die bis 2011 auch als Pflanzenschutzmittel eingesetzt wurde, festgestellt. Mittlerweile ist der Einsatz von Ethoxyquin in der EU verboten. Greenpeace bemängelt, dass für Fischprodukte keine Grenzwerte existieren und ruft Verbraucher auf, in den Supermärkten nachzufragen, was diese zu tun gedenken, um die Chemikalie aus den Produkten zu verbannen.
Ethoxyquin: Verbotenes Pflanzenschutzmittel in Speisefisch – Laborergebnisse in der Übersicht (Greenpeace)
Greenpeace-Fischratgeber, gedruckt oder als App für Ihr Smartphone

EU-Parlamentarier stimmen für Neuzulassung von Glyphosat

Die EU-Parlamentarier haben für eine weitere Zulassung des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat gestimmt. Allerdings nur für 7 statt 15 Jahre wie es ursprünglich von der EU-Kommission geplant war. Der Kompromissvorschlag wurde von den Konservativen eingebracht worden. Eine komplette Ablehnung der weiteren Zulassung, wie sie von Grünen und Teilen der Linken gefordert wurde, fand keine Mehrheit.
Meldung auf den Seiten des Europäischen Parlaments: Glyphosate: authorise for just seven years and professional uses only, urge MEPs

Plusminus zu Glyphosat: „Deutsche Behörden tun alles, dass die Geschäfte weiterlaufen.“

Das ARD-Magazin „Plusminus“ berichtet in seinem Beitrag vom 30. März 2016 von engen Verbindungen zwischen Chemieindustrie und europäischen sowie deutschen Kontrollbehörden. Dies erkläre, warum das Pestizid Glyphosat, das u.a. von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft wird, trotzdem für weitere 15 Jahre zugelassen werden soll.
Plusminus (ARD): Glyphosat – Pestizid unter Krebsverdacht (30.03.16) auf YouTube ansehen

Feinstaubalarm in Stuttgart

Seit dem 11. Januar 2016 löst die Stadt Stuttgart Feinstaubalarm aus, sobald der Deutsche Wetterdienst (DWD) besonders schadstoffträchtige Wetterlagen vorhersagt. Die Bevölkerung in Stuttgart und in der Metropolregion sollte dann das Auto innerhalb der Umweltzone nicht nutzen und auf den Betrieb von Komfort-Kaminen verzichten. Die Aufforderung hat freiwilligen Charakter, verbindliche Fahrverbote werden bislang nicht ausgesprochen.
Informationen über die aktuelle Feinstaubsituation in Stuttgart

DWD-Studie: Zunahme von Hitzetoten durch extreme Hitzeperioden

Nach einer Studie, die der Deutsche Wetterdienst (DWD) für das Umweltbundesamt (UBA) erstellt hat, erhöhen Hitzewellen das Sterblichkeitsrisiko von Menschen mit koronaren Herzkrankheiten um bis zu 15 Prozent. Grundlage waren Daten aus den Jahren 2000 bis 2010. Im Zuge des Klimawandels rechnen Experten mit einer deutlichen Zunahme von Hitzewellen. Bis zum Ende des Jahrhunderts wird mit einer Zunahme der hitzebedingten Sterblichkeit um den Faktor drei bis fünf gerechnet, falls es gelänge, sich an die veränderten Bedingungen anzupassen. Dabei kann jeder auch selbst einen Beitrag leisten. Als präventive Maßnahmen empfehlen Experten viel Bewegung, gesunde Ernährung und den Verzicht auf Rauschmittel wie Zigaretten und Alkohol. Die Hinweise und Informationen des Hitzewarnsystems des DWD sollten beachtet werden.
Einfluss des Klimawandels auf die Biotropie des Wetters und die Gesundheit bzw. die Leistungsfähigkeit der Bevölkerung in Deutschland

EFSA beurteilt Glyphosat als wahrscheinlich nicht krebserregend

Die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat das Pestizid Glyphosat als wahrscheinlich nicht krebserregend beurteilt. Das unterstützt das laufende Verfahren zur Neuzulassung für die EU-Landwirtschaft. In die Bewertung sind u.a. Forschungsergebnisse der Krebsforschungsagentur IARC und des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) eingeflossen. Danach sind „beim Menschen bei einer sachgerechten Anwendung in der Landwirtschaft keine krebserzeugenden, erbgutverändernden oder entwicklungsschädigenden Risiken von Glyphosat zu erwarten“ (BfR). Der Hersteller Monsanto dürfte sich zufrieden zeigen, Kritiker von „Roundup“, so der Markenname, unter dem Glyphosat durch Monsanto vertrieben wird, sind hingegen entsetzt. Kritische Studien seien in der Einschätzung nicht ausreichend berücksichtigt worden.
BfR: Glyphosat-EFSA und Experten von EU-Mitgliedstaaten bestätigen wissenschaftliche Bewertung der deutschen Behörden
Harald Ebner (MdB, Grüne): Gefahr durch Glyphosat und glyphosathaltige Herbizide?
Campact: Glyphosat-Bewertung-Warum das Bundesinstitut für Risikobewertung zu einem völlig anderen Urteil kommt als die Krebsforscher der WHO (Pressemitteilung)