EU-Kommission legt Vorschlag für Klimastrategie vor

Die Europäische Kommission hat heute ihren Vorschlag für eine langfristige Klimastrategie der EU veröffentlicht. Bis 2050 sollen demnach die Netto-Treibhausgas-Emissionen auf Null reduziert werden. Das Climate Action Network Europe (CAN Europe) begrüßt die Pläne, äußert aber auch Zweifel daran, dass die Temperaturziele des Pariser Abkommens damit erreicht werden können. Vielmehr müssten die Netto-Emissionen bereits bis 2040 entfallen und die die Klimaziele bis 2030 auf unter 55% verschärft werden, um die schweren Folgen des Klimawandels noch zu verhindern. Laut dem jüngsten IPCC-Bericht sind die nächsten 12 Jahre entscheidend, um den Temperaturanstieg auf 1,5 °C zu begrenzen.

CO2-Konzentration auf Rekordniveau

Die Vereinten Nationen schlagen Alarm. Die Konzentration der klimaverändernden Treibhausgase in der Atmosphäre ist so hoch wie nie. Die Weltwetterorganisation (WMO) warnt vor unumkehrbaren Folgen. Es gebe keine Anzeichen für eine Trendumkehr beim Klimawandel. Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre stieg nach Angaben der WMO 2017 von 403,3 ppm (Teilchen pro Million Teilchen) auf 405,5. Sie lag damit um 46 Prozent höher als in vorindustrieller Zeit (vor 1750). Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) erwartet in einer neuen Studie nicht nur vermehrt Hitzewellen im Sommer, sondern auch starke Kälteeinbrüche in Europa und Nordamerika.

Climate Warriors kommt ins Kino

Es erscheint demnächst wieder ein neuer Film von Regisseur Carl A. Fechner zum Thema Klimawandel, Energiewende und Nachhaltigkeit. Climate Warriors ist die Fortsetzung zu Power to Change, der 2016 in über 360 Städten aufgeführt wurde. Im Film kommen engagierte „Klimakrieger“, wie Arnold Schwarzenegger, Energieexperten wie Hans-Josef Fell oder der charismatische Aktivist und Hip-Hop-Künstler Xiuhtezcatl Martinez zu Wort. Climate Warriors möchte die Zuschauer ermutigen, sich für eine nachhaltige und gerechte Welt einzusetzen.

Premiere ist am 3. Dezember 2018 im Babylon-Kino Berlin. Nach der Vorführung erwartet die Zuschauer*innen ein Filmgespräch mit dem Regisseur. Daneben werden der Energieexperte Hans Josef Fell und die Wissenschaftlerin Professorin Claudia Kemfert anwesend sein.

Weltweiter Aktionstag: „Rise for Climate“, 8. September 2018

Am 8. September werden sich weltweit auf Tausenden Demos und Veranstaltungen Menschen versammeln, um von öffentlichen Einrichtungen und lokalen Regierungen zu verlangen, dass sie sich zum Aufbau einer Welt ohne Kohle, Öl und Gas verpflichten. Die Hauptforderung lautet: „Kein Aufschieben mehr, keine Verzögerungen mehr: Die Zeit ist reif für eine Bürger-Energiewende hin zu 100 % Erneuerbaren.“ Die Initiatoren gehen von der Grundannahme aus, dass echter Klimaschutz nur von der Basis aus wachsen kann und lokales Handeln den Weg in eine klimafreundliche Zukunft aufzeigt.

MOSAiC-Expedition startet 2019

Die Polarstern, Forschungsschiff des Alfred-Wegener-Instituts, wird im Herbst 2019 zu einer bisher einmaligen Polarexpeditionen in die zentrale Arktis aufbrechen. Ziel ist die Sammlung von Klimadaten in der im Winterhalbjahr kaum erreichbaren Region. Die Arktis gilt als Frühwarnsystem für den Klimawandel. Die Auswirkungen von Veränderungen in der Arktis auf den weltweiten Klimawandel sollen damit besser verstanden werden. Insgesamt werden 600 Menschen aus 17 Ländern an der Expedition teilnehmen. Die Polarstern wird bei bis zu -45° Celsius vom arktischen Eis eingeschlossen und muss über Eisbrecher und Flugzeuge versorgt werden. Auf dem Eisschild wird im Umkreis von 50 Kilometern ein ganzes Netzwerk von Messstationen eingerichtet.  Das Budget beträgt über 120 Millionen Euro und wird vor allem über die Helmholtz-Gemeinschaft getragen.

„Friedericke“ zweitschwerster Wintersturm seit 1997

Nach Schätzungen der deutschen Versicherungswirtschaft hat der Sturm „Friederike“ Schäden im Umfang von knapp einer Milliarde Euro verursacht. Er war damit der zweitschwerste Wintersturm seit 1997. Kostspielige Schäden sind z.B. am Schienennetz der Deutschen Bahn entstanden. „Kyrill“ schlug mit mehr als zwei Milliarden Euro zu Buche.

Globale Allianz für Kohleausstieg

Großkraftwerk Mannheim

Großkraftwerk Mannheim, © Benjamin Grießmann

Während sich die Sondierer in Deutschland sich noch zieren, haben Großbrittanien und Kanada auf der UN-Klimakonferenz überraschend eine globale Allianz für den Kohleausstieg vorgestellt („Powering Past Coal Alliance“). Mit dabei sind viele weitere Partner, darunter Italien, Frankreich, Österreich, Finnland und Portugal. In der gemeinsamen Erklärung heißt es, dass der Ausstieg aus der Kohlevertromung einer der wichtigsten Schritte sei, um das 2-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens noch erreichen zu können. Damit gerät Deutschland zunehmend unter Druck. Bei den Jamaika-Sondierungen ist das Thema Kohleausstieg äußerst umstritten.

Inwiefern sich die Ankündigungen der globalen Allianz als substanziell herausstellen und nicht nur als  Luftnummer, werden die nächsten Monate und Jahre zeigen; und auch inwieweit die wegfallenden Strommengen durch Atomkraft aufgefangen oder tatsächlich die erneuerbaren Energien gefördert und weiterentwickelt werden sollen. Letzteres ist die Voraussetzung für einen erfolgreichen Ausstieg aus den fossilen Energieträgern. Deutschland muss nun aufpassen, den Anschluss an die Zukunft nicht zu verlieren. Experten sehen neben den Folgen für das Klima und der Landschaftszerstörung auch große gesundheitliche Beeinträchtigungen. Dies alles führt letztendlich auch zu wirtschaftlichen Einbußen.

EU fordert von der Autoindustrie niedrigere CO2-Grenzwerte

Verkehr auf der Autobahn A61

© Benjamin Grießmann

Die EU-Kommission hat eine Verschärfung der Grenzwerte für den CO2-Ausstoß von Autos beschlossen. Bis 2030 müssten die Emissionen um 30 Prozent gemindert werden. Die Vorschläge stoßen bei den Autoherstellern auf wenig Gegenliebe. Aber auch die Befürworter strengerer Regelungen sind wenig begeistert. Den Grünen gehen die Schritte nicht weit genug. Sie fordern eine Reduktion von mindestens 60 Prozent. Anderenfalls könnten die Pariser Klimaziele nicht erreicht werden, so die grüne Europa-Abgeordnete Rebecca Harms in einem ZDF-Interview.

WMO: CO2-Konzentration auf Rekordniveau

Wolkenformation

© Benjamin Grießmann

Die CO2-Konzentration ist auf ein Rekordniveau von 403,3 ppm gestiegen. Das teilte die Weltwetterorganisation (WMO) mit. 1996 betrug die CO2-Konzentration erst 362 ppm. Noch nie sei ein so starker Anstieg wie vergangenes Jahr verzeichnet worden. Vor 3-5 Millionen Jahren gab es zuletzt so hohe CO2-Werte; bei einem 10 bis 20 Meter höheren Meeresspiegel. Hauptgründe für die heutigen hohen Konzentrationen sehen Experten in der intensiven Landwirtschaft, dem Bevölkerungswachstum und der zunehmenden Industrialisierung.

Beluga II Flusstour 2017 noch bis Mitte November 2017

Greenpeace Beluga II in Bonn

Greenpeace Beluga II in Bonn, © Benjamin Grießmann

Aktuell tourt die Beluga II von Greenpeace mit einer Ausstellung über Klimamigration durch Deutschland. Das Schiff befindet sich derzeit in Würzburg und wird noch die Städte Bamberg, Schweinfurt, Mannheim und Stuttgart ansteuern bevor es ab dem 28. Oktober in Bonn für längere Zeit vor Anker geht. Die Tour endet voraussichtlich am 17. November 2017.
Die Ausstellung informiert über die Vertreibung von Menschen aus ihren Heimatländern durch Wetterextreme als direkte Folge des menschengemachten Klimawandels. An den Open-Boat Tagen finden Ausstellungs- und Bootsführungen in der Regel vormittags und nachmittags in Kleingruppen statt. Dabei ist mit Besucherandrang und Wartezeiten zu rechnen.