Standing Rock-AktivistInnen besuchen rheinisches Braunkohlerevier

Vor einem Jahr haben vor allem indigene Gruppen mit Protestcamps begonnen, gegen die Dakota Access Öl-Pipeline zu demonstrieren. Die Pipeline kreuzt direkt beim Lakota Reservat „Standing Rock“ den Missouri River und droht das Trinkwasser der Region zu verschmutzen.

Nun kommen vier Standing Rock-Aktivisten/Altivistinnen ins rheinische Braunkohlerevier. Am 03.06. berichten sie um 18 Uhr in der Alten Feuerwache in Köln von ihren Erfahrungen und am 04.07. besuchen sie von 14-18 Uhr im Rahmen eines öffentlichen Waldspaziergangs mit Michael Zobel die Waldbesetzung im Hambacher Forst. Der Besuch im Rheinland wird von der Gruppe ausgeco2hlt organisiert. Zweck der Reise sind die Vernetzung und der Austausch mit der europäischen Klimabewegung.

Quelle: Pressemitteilung „Standing Rock-AktivistInnen im rheinischen Braunkohlerevier“ vom 31.05.17, presse@ausgeco2hlt.de

Trump macht Ernst: Rolle rückwärts beim Klimaschutz

US-Präsident Donald Trump setzt eines seiner Wahlversprechen um und dreht die Uhr in Sachen Klimaschutz weit zurück. Sein Vorgänger Obama hatte eine Regelung durchgesetzt, nach der jede Entscheidung auf ihre Wirkungen auf die Umwelt abgeklopft werden musste. Das umfasste insbesondere auch Effekte auf das Klima. Die ohnehin schon schrumpfende Kohleindustrie musste dadurch Einbußen hinnehmen. Trump hat nun mit einem Dekret die Beschränkungen zurückgenommen und verspricht riesige Gewinne und Arbeitsplätze. Kohle soll damit wieder unbeschränkt gefördert werden können. Doch selbst Lobbyisten der Kohlewirtschaft bezweifeln, dass die ganz großen Zeiten des Energieträgers Kohle wieder zurückkehren werden. Langfristig müssten sich die beteiligten Akteure auf neue Einnahmequellen einstellen.
Umweltaktivisten sind von Trumps Entscheidungen entsetzt. Mit dem neuen Dekret könnten die Ziele des Klimaabkommens von Paris niemals erreicht werden. Dass die USA ihre Klimaschutzzusagen zurücknehmen und damit die Führungsrolle in Sachen Klima an China abtreten, wird von Experten jedoch nicht erwartet.

Ecoterra: Stoppt den DAPL-Kredit der BayernLB!

Die nichtstaatliche Organisation Ecoterra International ruft zum Widerstand gegen die Mitfinanzierung des Pipeline-Projekts Dakota Access Pipeline (DAPL) durch die Bayerische Landesbank auf. Unterstützerinnen und Unterstützer können einen Eil-Apell gegen den Kredit unterzeichnen. Die Entscheidung über die Bewilligung des Kredits will die Bayerische Landesbank Mitte Februar treffen.

Der neue US-Präsident Trump möchte das umstrittene Pipeline-Projekt fortführen, das von seinem Vorgänger Obama nach zahlreichen Protesten nicht genehmigt wurde. Der Bau wird seit Beginn von US- und weltweiten Protesten begleitet und wurde mehrmals auch gerichtlich gestoppt. Es gibt Befürchtungen, dass DAPL die Wasser-Sicherheit von mehreren Millionen Menschen, die am Missouri leben, gefährden und extrem viele Klimagase verursachen könnte. Insbesondere sind viele Einwohner des flussabwärts gelegenen Standing Rock-Reservats besorgt. Sprecher der Standing Rock Sioux erklärten, dass der Bau ihre garantierten Rechte aus historischen Abkommen verletze. Das Öl, das durch die Pileline fließen soll, stammt aus sogenannten nicht-konventionellen Lagerstätten und wird mit Hilfe von Fracking gewonnen.

Die Befürworter betonen die Sicherheit der geplanten Pipeline und weisen beispielsweise darauf hin, dass umweltschädliche Transportbewegungen per Lastwagen vermieden werden könnten.

scinexx.de: Klimaphänomene fördern Belastungen durch toxische Algenblüten

Das Klima-Phänomen El-Niño hat riesige Teppiche aus Algen und Cyanobakterien zur Folge. Experten vermuten, dass Speisemuscheln und Krabben immer öfter mit Algengiften belastet sein könnten, berichtet das Wissensmagazin scinexx.de. In den von El Niño betroffenen Gebieten muss die Muschelernte immer wieder ausgesetzt werden. Durch den Klimawandel nehmen extreme El Niños in den letzten Jahrzehnten zu.
Giftige Muscheln durch El Nino & Co (scinexx.de)
Climatic regulation of the neurotoxin domoic acid (PNAS)

Kommunalwettbewerb „HolzProKlima“

HolzstapelDer Kommunalwettbewerb, der von der Initiative HolzProKlima und proHolzBW veranstaltet wird, richtet sich an Gemeinden, Städte und Landkreise in Baden-Württemberg, die verstärkt Holz zum Bauen und Wohnen verwenden.
Holz, das energieintensiv hergestellte Materialien ersetzt, leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Es speichert zudem das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid (CO2), das beim Wachstum aus der Atmosphäre aufgenommen wird. Das größte Klimaschutzpotenzial entfaltet Holz, wenn es mehrfach stofflich wiederverwendet wird.
Bewerbungen können bis Freitag, den 31. März 2017 eingereicht werden. Die erforderlichen Unterlagen stehen unter wettbewerb.holzproklima.de zum Download bereit.

tagesschau.de: Klimaforscher sichern Daten

tagesschau.de meldet, dass Klimaforscher kurz vor der Vereidigung Donald Trumps als Präsident der Vereinigten Staaten eilig Daten zum Klimawandel von Regierungsservern sichern. Der designierte Präsident hatte den Klimawandel als „Scherz der Chinesen“ bezeichnet. Die Wissenschaftler hätten Angst, dass Daten verschwinden könnten, sobald Donald Trump im Amt ist.

Klimaklage gegen RWE: Der Fall Huarez

Der peruanische Bergführer Saul Luciano Lliuya legt sich mit dem zweitgrößten deutschen Energiekonzern RWE an und zieht vor Gericht. RWE sei durch den Betrieb von Kohlekraftwerken für den Klimawandel mit verantwortlich und damit auch für die Gletscherschmelze oberhalb der Stadt Huaraz. Die Wassermassen könnten eine Staumauer zum Bersten bringen und Huaraz unter sich begraben. Lliuya sieht seine Familie und sein Eigentum bedroht. RWE weist die Vorwürfe von sich. Ein Unternehmenssprecher verwies darauf, dass viele Faktoren beim Klimawandel eine Rolle spielten und nicht ein bestimmter Konzern verantwortlich gemacht werden könnte. Am heutigen Donnerstag beginnt der Zivilprozess am Landgericht Essen, zu dem Lliuya eigens angereist ist. Bei seiner Aktion unterstützt wird Huaraz von der Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch.
Klimaklage gegen RWE erstmals in mündlicher Verhandlung am Landgericht Essen (Germanwatch)
Pressemitteilung des Landgerichts Essen zum Fall Huaraz (PDF-Datei)

Klimamonitoring-Bericht 2016 für Süddeutschland

Hochwasser am Neckar 2011Der aktuelle Klimamonitoring-Bericht für den Süden Deutschlands belegt das Voranschreiten des Klimawandels. Es muss künftig mit zunehmend extremen Wetterereignissen wie Starkregen, Trockenperioden oder Hitze gerechnet werden. Seit 2001 waren 14 von 15 Jahren in Süddeutschland zu warm. Um den Auswirkungen des Klimawandels begegnen zu können, hat Baden-Württemberg bereits vor einigen Jahren eine Anpassungsstrategie aufgelegt. Beispielsweise werden die Klimaänderungen bei der Planung und beim Bau von Hochwasserschutzeinrichtungen berücksichtigt. Der Monitoring-Bericht wurde im Rahmen des Kooperationsvorhabens KLIWA erstellt.
KLIWA Klimamonitoring-Bericht 2016 (PDF-Datei)
Klimawandel schreitet voran (Pressemitteilung des Landes Baden-Württemberg)

Joblift untersucht Green Jobs

Die Jobsuchmaschine Joblift hat anlässlich der Klimakonferenz COP21 die Entwicklung des Arbeitsmarkts im Klima- und Umweltschutz untersucht. Wichtigste Ergebnisse der Studie: Nur 15 Prozent der Green Jobs wachsen überdurchschnittlich.  Wind- und Solarwirtschaft verzeichnen kein Wachstum ihrer Stellen. Andere erneuerbare Energieträger wie Wasser, Biogas und Erdwärme steigen hingegen um bis zu 7 Prozent jeden Monat an.
Quelle: joblift.de
Beschäftigungsmotor Klimaschutz? Nur 15 % der Green Jobs wachsen überdurchschnittlich (Joblift)

Internationales Klimaschutzabkommen tritt in Kraft: Deutschland ohne Klimaschutzplan

Heute tritt das Pariser Klimaschutzabkommen in Kraft und Deutschland hat seinen eigenen Klimaschutzplan noch nicht verabschiedet. Ein durchaus peinlicher Vorgang, hat sich Deutschland bisher stets als Vorreiter in Klimaschutzfragen geriert. Umweltministerin Barbara Hendricks ist sauer und forderte ein Machtwort der Kanzlerin. Der von ihr vorgelegte Entwurf für einen Klimaschutzplan 2050 wurde vom Koalitionspartner CDU zusammengestrichen. Offensichtlich waren dem Bundeskanzleramt die resultierenden Einschnitte für die Bürger zu drastisch. In einem Spiegel-Interview kündigte Hendricks an, sich dem Widerstand nicht zu beugen und weiterhin an den Einsparzielen und konkreten Zeitplänen festzuhalten.
Experten sind sich einig: Es besteht dringend Handlungsbedarf. Ein UNEP-Report fordert, dass der Ausstoß von Treibhausgasen umgehend und vehement gesenkt werden müssten. Was zu tun ist, um das 2-Grad-Ziel zu erreichen, also die Erderwärmung auf unter 2 Grad zu begrenzen,  hat Greenpeace im Februar 2016 in einer Studie vorgerechnet. Dazu gehört der Kohleausstieg bis spätestens 2035 und die vollständige Abschaffung von Verbrennungsmotoren bei Neuwagen ab 2025. Außerdem müsse die Ausbeutung der Wälder sofort gestoppt und die Tierhaltung reduziert werden.
Umweltministerin Hendricks zum Klimaschutz: „Die Union hat es nicht kapiert“ (Spiegel Online)
Greenpeace-Energieszenario „Der Plan“ (PDF-Datei)