Klimawissen für alle: Englischsprachige Vorlesung startet am 1. Oktober 2017

Anlässlich der Weltklimakonferenz, die im November in Bonn stattfindet, bieten der WWF Deutschland und das Deutsche Klima-Konsortium eine kostenlose Online-Vorlesung zum Thema Klimaschutz an.
Unter den Keyspeakern befindet sich Prof. Dr. Mojib Latif vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. Gastwissenschaftler aus Indien, den Malediven und Afrika geben auch den vom Klimawandel direkt betroffenen Ländern in dem Kurs eine authentische Stimme. Als Moderatorin wird Helena Humphrey, Journalistin der deutschen Welle, durch den Klima-Kurs führen.
Die Teilnehmer lernen alles über die Ursachen und Folgen des Klimawandels sowie über mögliche Handlungsoptionen. Die englischsprachige Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten, die sich Klimawissen aneignen möchten.
Die Kapitel des Kurses bestehen aus kurzen Videoclips, Quizfragen sowie ergänzenden, interaktiven Lehrmaterialien. Am Ende des Kurses wird ein Zertifikat als Nachweis der Weiterbildung ausgestellt. Teilnehmer können zudem digitale Auszeichnungen, sogenannte Open Badges, erwerben. Dank der Förderung des Auswärtigen Amtes steht der Kurs jedem kostenlos zur Verfügung.

Studie zeigt auf: Neue Diesel nicht klimafreundlicher als Benziner

Es zeichnet sich immer mehr ab, dass es sich bei der Prämisse „Diesel bedeutet Klimaschutz“ um ein Märchen handelt. Zahlen einer jetzt von Transport & Environment vorgelegten Umweltstudie widersprechen den Aussagen der Automobilkonzerne. Neu zugelassene Diesel-PKW produzierten nicht weniger CO2 als Benziner. Bezogen auf die gesamte Betriebsdauer emitierten Diesel sogar mehr klimaschädliche Abgase. Gründe seien die energieintensivere Produktion des Kraftstoffs und der Motoren, höhere Fahrleistungen wegen niedrigerer Literpreise sowie höhere Emissionen durch den beigemischten Biodiesel. Außerdem würden Diesel-Motoren tedenziell eher in großen und schweren Fahrzeugen eingesetzt. Damit scheinen die Aussagen von Daimler-Chef Dieter Zetsche und BMW-Chef Harald Krüger, dass Diesel zur Erreichung der Klimaziele gebraucht würden, widerlegt.

Monitoring-Bericht zum Klimaschutzgesetz Baden-Württemberg

Das Umweltministerium des Landes und die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) haben den ersten Bericht zu den Folgen des Klimawandels sowie eine Startbilanz zur Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen veröffentlicht. Der Monitoring-Bericht ist im Klimaschutzgesetz Baden-Württemberg (KSG) verankert und wird alle drei Jahre fortgeführt.

Standing Rock-AktivistInnen besuchen rheinisches Braunkohlerevier

Vor einem Jahr haben vor allem indigene Gruppen mit Protestcamps begonnen, gegen die Dakota Access Öl-Pipeline zu demonstrieren. Die Pipeline kreuzt direkt beim Lakota Reservat „Standing Rock“ den Missouri River und droht das Trinkwasser der Region zu verschmutzen.

Nun kommen vier Standing Rock-Aktivisten/Altivistinnen ins rheinische Braunkohlerevier. Am 03.06. berichten sie um 18 Uhr in der Alten Feuerwache in Köln von ihren Erfahrungen und am 04.07. besuchen sie von 14-18 Uhr im Rahmen eines öffentlichen Waldspaziergangs mit Michael Zobel die Waldbesetzung im Hambacher Forst. Der Besuch im Rheinland wird von der Gruppe ausgeco2hlt organisiert. Zweck der Reise sind die Vernetzung und der Austausch mit der europäischen Klimabewegung.

Quelle: Pressemitteilung „Standing Rock-AktivistInnen im rheinischen Braunkohlerevier“ vom 31.05.17, presse@ausgeco2hlt.de

Trump macht Ernst: Rolle rückwärts beim Klimaschutz

US-Präsident Donald Trump setzt eines seiner Wahlversprechen um und dreht die Uhr in Sachen Klimaschutz weit zurück. Sein Vorgänger Obama hatte eine Regelung durchgesetzt, nach der jede Entscheidung auf ihre Wirkungen auf die Umwelt abgeklopft werden musste. Das umfasste insbesondere auch Effekte auf das Klima. Die ohnehin schon schrumpfende Kohleindustrie musste dadurch Einbußen hinnehmen. Trump hat nun mit einem Dekret die Beschränkungen zurückgenommen und verspricht riesige Gewinne und Arbeitsplätze. Kohle soll damit wieder unbeschränkt gefördert werden können. Doch selbst Lobbyisten der Kohlewirtschaft bezweifeln, dass die ganz großen Zeiten des Energieträgers Kohle wieder zurückkehren werden. Langfristig müssten sich die beteiligten Akteure auf neue Einnahmequellen einstellen.
Umweltaktivisten sind von Trumps Entscheidungen entsetzt. Mit dem neuen Dekret könnten die Ziele des Klimaabkommens von Paris niemals erreicht werden. Dass die USA ihre Klimaschutzzusagen zurücknehmen und damit die Führungsrolle in Sachen Klima an China abtreten, wird von Experten jedoch nicht erwartet.

Ecoterra: Stoppt den DAPL-Kredit der BayernLB!

Die nichtstaatliche Organisation Ecoterra International ruft zum Widerstand gegen die Mitfinanzierung des Pipeline-Projekts Dakota Access Pipeline (DAPL) durch die Bayerische Landesbank auf. Unterstützerinnen und Unterstützer können einen Eil-Apell gegen den Kredit unterzeichnen. Die Entscheidung über die Bewilligung des Kredits will die Bayerische Landesbank Mitte Februar treffen.

Der neue US-Präsident Trump möchte das umstrittene Pipeline-Projekt fortführen, das von seinem Vorgänger Obama nach zahlreichen Protesten nicht genehmigt wurde. Der Bau wird seit Beginn von US- und weltweiten Protesten begleitet und wurde mehrmals auch gerichtlich gestoppt. Es gibt Befürchtungen, dass DAPL die Wasser-Sicherheit von mehreren Millionen Menschen, die am Missouri leben, gefährden und extrem viele Klimagase verursachen könnte. Insbesondere sind viele Einwohner des flussabwärts gelegenen Standing Rock-Reservats besorgt. Sprecher der Standing Rock Sioux erklärten, dass der Bau ihre garantierten Rechte aus historischen Abkommen verletze. Das Öl, das durch die Pileline fließen soll, stammt aus sogenannten nicht-konventionellen Lagerstätten und wird mit Hilfe von Fracking gewonnen.

Die Befürworter betonen die Sicherheit der geplanten Pipeline und weisen beispielsweise darauf hin, dass umweltschädliche Transportbewegungen per Lastwagen vermieden werden könnten.

scinexx.de: Klimaphänomene fördern Belastungen durch toxische Algenblüten

Das Klima-Phänomen El-Niño hat riesige Teppiche aus Algen und Cyanobakterien zur Folge. Experten vermuten, dass Speisemuscheln und Krabben immer öfter mit Algengiften belastet sein könnten, berichtet das Wissensmagazin scinexx.de. In den von El Niño betroffenen Gebieten muss die Muschelernte immer wieder ausgesetzt werden. Durch den Klimawandel nehmen extreme El Niños in den letzten Jahrzehnten zu.
Giftige Muscheln durch El Nino & Co (scinexx.de)
Climatic regulation of the neurotoxin domoic acid (PNAS)

Kommunalwettbewerb „HolzProKlima“

HolzstapelDer Kommunalwettbewerb, der von der Initiative HolzProKlima und proHolzBW veranstaltet wird, richtet sich an Gemeinden, Städte und Landkreise in Baden-Württemberg, die verstärkt Holz zum Bauen und Wohnen verwenden.
Holz, das energieintensiv hergestellte Materialien ersetzt, leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Es speichert zudem das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid (CO2), das beim Wachstum aus der Atmosphäre aufgenommen wird. Das größte Klimaschutzpotenzial entfaltet Holz, wenn es mehrfach stofflich wiederverwendet wird.
Bewerbungen können bis Freitag, den 31. März 2017 eingereicht werden. Die erforderlichen Unterlagen stehen unter wettbewerb.holzproklima.de zum Download bereit.

tagesschau.de: Klimaforscher sichern Daten

tagesschau.de meldet, dass Klimaforscher kurz vor der Vereidigung Donald Trumps als Präsident der Vereinigten Staaten eilig Daten zum Klimawandel von Regierungsservern sichern. Der designierte Präsident hatte den Klimawandel als „Scherz der Chinesen“ bezeichnet. Die Wissenschaftler hätten Angst, dass Daten verschwinden könnten, sobald Donald Trump im Amt ist.

Klimaklage gegen RWE: Der Fall Huarez

Der peruanische Bergführer Saul Luciano Lliuya legt sich mit dem zweitgrößten deutschen Energiekonzern RWE an und zieht vor Gericht. RWE sei durch den Betrieb von Kohlekraftwerken für den Klimawandel mit verantwortlich und damit auch für die Gletscherschmelze oberhalb der Stadt Huaraz. Die Wassermassen könnten eine Staumauer zum Bersten bringen und Huaraz unter sich begraben. Lliuya sieht seine Familie und sein Eigentum bedroht. RWE weist die Vorwürfe von sich. Ein Unternehmenssprecher verwies darauf, dass viele Faktoren beim Klimawandel eine Rolle spielten und nicht ein bestimmter Konzern verantwortlich gemacht werden könnte. Am heutigen Donnerstag beginnt der Zivilprozess am Landgericht Essen, zu dem Lliuya eigens angereist ist. Bei seiner Aktion unterstützt wird Huaraz von der Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch.
Klimaklage gegen RWE erstmals in mündlicher Verhandlung am Landgericht Essen (Germanwatch)
Pressemitteilung des Landgerichts Essen zum Fall Huaraz (PDF-Datei)