Internationaler Tag des Bodens

Am heutigen 5. Dezember 2018 findet der diesjährige Internationale Tag des Bodens statt. Die jährliche Veranstaltung wurde 2002 auf dem 17. Weltkongress der Internationalen Bodenkundlichen Union ins Leben gerufen und macht darauf aufmerksam, dass Böden als lebensnotwendige, nicht erneuerbare Ressource durch Überbauung und Schadstoffeinträge weltweit zunehmend bedroht sind. Sie bieten Lebensraum für rund ein Viertel aller Tier- und Pflanzenarten. Rund 90 Prozent unserer Nahrungsmittel werden auf Böden produziert.

Mit dem Alpinen Felshumusboden wurde dieses Jahr ein „Boden des Jahres“ in Bayern gekürt. Dieser Boden reagiere besonders empfindsam auf Veränderungen des Klimas sowie weitere Umwelteinflüsse und verdeutliche unsere Verantwortung für die Böden, heißt es im Grußwort zur Einladung für die Festveranstaltung. Diese fand bereits am 4. Dezember in der Landesvertretung Bayern in Berlin statt. Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz hat die Schirmherrschaft übernommen.

Die zentrale Veranstaltung in Baden-Württemberg wird erst am Sonntag, 9. Dezember 2018 in Heidelberg ausgerichtet. Ab 13 Uhr wird ein buntes Veranstaltungsprogramm für die ganze Familie organisiert.

Fraunhofer-Studie: Abrieb von Autoreifen Hauptquelle für Mikroplastik

Autoreifen

© Benjamin Grießmann

Laut einer neuen Studie des Fraunhofer Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik ist der Abrieb von Autoreifen die wichtigste Quelle von Mikroplastik in Deutschland. Rund ein Drittel der 330.000 Tonnen Mikroplastik, die alljährlich in Deutschland in die Umwelt gelangen, sollen von Autoreifen stammen. Weitere namhafte Quellen seien Produktions- und Transportverluste sowie Kunstrasenplätze.

Durch den Regen werde das Mikroplastik nicht nur in die Kanalisation, sondern auch an andere Stellen in der Umwelt gespült. Kläranlagen könnten 95 Prozent des Mikroplastiks zurückhalten, durch die Nutzung von Klärschlamm gelange es aber auch wieder auf die Felder.

Als Mikroplastik werden Partikel bezeichnet, die maximal fünf Millimeter groß sind. Die Auswirkungen von Mikroplastik auf Menschen ist praktisch nicht untersucht. Es wird befürchtet, dass sich Mikroplastik in der Nahrungskette anreichert. Mikroplastik wurde vielfach in Fisch nachgewiesen. Plastik kann Giftstoffe wie Weichmacher, oder Styrolverbindungen sowie andere Bestandteile enthalten. Viele gelten als krebserregend oder hormonell aktiv.

Quelle: ZDF heute

Buchankündigung: Der Entenmann

Cover Der EntenmannDas Buch „Der Entenmann“ erzählt von Geschichten, die sich hinter einer der skurilsten Tiersammlungen der Welt verbergen. Im Mittelpunkt stehen dabei mysteriöse Todesarten von Tieren. Der Autor und Wissenschaftler Kees Moeliker ist für seine Faszination für Ungewöhnliches und Unwahrscheinliches bekannt. Die LeserInnen erfahren Näheres über den ernsten Hintergrund der skurrilen Geschichten. Mit seinen ungewöhnlichen Geschichten möchte Moelliker das Interesse für die Natur wecken und eine Lanze für den Erhalt von Lebensräumen und Biodiversität brechen.

„Der Entenmann“ erscheint am 7. September 2018 bei Edel Books (ISBN: 3841906109).

Greenpeace Fotoshow „Naturwunder Erde“ geht in die letzte Runde

Über 90.000 Zuschauer haben seit Herbst 2013 die Live-Fotoshow „Naturwunder Erde“ von Markus Mauthe gesehen. Im August 2018 macht der Naturfotograf nun ein letztes Mal in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen halt. An zahlreichen Orten der Welt hat er vom Menschen noch weitgehend unberührte und intakte Natur dokumentiert. Mauthe über seine Mission: „Über die Schönheit der Bilder will ich bei den Zuschauern Emotionen wecken, sie begeistern und gleichzeitig sensibilisieren. Ich glaube, dass sich Umweltschutz so am besten vermitteln lässt.“

Ab November 2018 gibt Markus Mauthe mit einer neuen Fotoshow Einblicke in die faszinierende Vielfalt indigener Kulturen.

Pilz aus Asien macht Eschen weiterhin zu schaffen

In einigen Teilen Nordrhein-Westfalens sind mehr als 90 Prozent des Eschenbestandes von Pilzen befallen (Hymenoscyphus pseudoalbidus). Folge ist ein dramatisches Absterben der Bäume. Zunächst sind nur die Triebe befallen, danach breitet sich die Krankheit auf den gesamten Baum aus. In öffentlichen Bereichen müssen Bäume gefällt werden, damit sie nicht zum Sicherheitsrisiko werden.
Eine großflächige Bekämpfung der Pilze mit Fungiziden ist nicht möglich. Experten sehen die Nachzüchtung resistenterer Pflanzen als einzige Möglichkeit, dem Baumsterben zu begegnen. Es wird vermutet, dass sich das Problem in den kommenden Jahren noch verschärfen wird. Die Pilze stammen aus Asien und traten in Europa vor rund 30 Jahren zuerst in Skandinavien und Polen auf. Die schnelle Verbreitung der Pilze ist vermutlich eine Folge der Globalisierung.

Taten für morgen: Deutsche Aktionstage Nachhaltigkeit

Die Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit laufen noch bis zum 5. Juni 2018. Mit Aktionen beteiligen können sich alle, die sich für die Umsetzung der globalen Ziele für Nachhaltige Entwicklung (SDG) der Vereinten Nationen einsetzen möchten – egal, ob Privatpersonen, Vereine, Stiftungen, Schulen, Universitäten, soziale Einrichtungen, Kommunen, Behörden oder Unternehmen. Auf dem Portal #tatenfuermorgen können Engagierte ihre Projekte melden und öffentliche Aufmerksamkeit gewinnen.

Veloversity – Radfahren erforschen und begreifen

Das E-Learning-Portal Veloversity bietet für Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen spannende Möglichkeiten, sich mit dem Thema Radfahren auseinanderzusetzen. Bei der Zielgruppe soll Begeisterung für eine sichere und nachhaltige Nutzung des Fahrrades geweckt werden. Das Portal bietet kostenlose, an den Lehrplan angepasste Lerneinheiten, die ohne große Vorbereitungszeit im Unterricht eingesetzt werden können. Veloversity wurde vom Institut für Natursport und Ökologie an der Deutschen Sporthochschule Köln konzipiert.

Veloversity – E-Learning-Portal

Kampf um Białowieża

Der Białowieża-Nationalpark an der polnisch-weißrussischen Grenze gilt als letzter Tiefland-Urwald Europas. Er ist Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes und damit bestimmten Schutzvorschriften unterworfen. Diese betreffen auch die Holzeinschlagmenge.

Davon unbeeindruckt gestand die rechts-konservative Regierung 2016 der Holzwirtschaft das Dreifache der ursprünglich zugestandenen Menge zu. Die Europäische Kommission verklagte Polen daraufhin vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg. Der Gerichtshof erließ die Anordnung eines sofortigen Abholzungsstopps, die jedoch ignoriert wurde. Infolge wurde der Fall im August 2017 in das laufende Vertragsverletzungsverfahren gegen Polen aufgenommen. Dem Land drohen damit hohe Strafzahlungen.

Bewohner der strukturschwachen Gegend haben sich auf die Seite der polnischen Regierung geschlagen, weil sie um Arbeitsplätze in der Holzwirtschaft fürchten. Umweltschützer, die sich für den Erhalt des einzigartigen Gebiets einsetzen, werden vielfach kriminalisiert.

Trump schraubt Naturschutz zurück

US-Präsident Trump hat Naturschutzgebiete in Utah um mehr als 5.000 Quadratkilometer verkleinert. Damit ist der Weg frei für den Abbau von Bodenschätzen. Ureinwohner/innen und Naturschützer demonstrierten gegen die Maßnahme.

Wenn Strom und Gas vegan sein sollen

Solarpanel

Vegane Stromerzeugung, © Benjamin Grießmann

Was ist die Steigerung von „Öko“? Vegan! Und so gibt es nicht nur vegane Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs, die ohne tierische Rohstoffe hergestellt werden, sondern auch vegane Energieträger. Befürworter verweisen auf das Tierleid und die ökologischen Folgen der Güllewirtschaft.

Bei der Herstellung von veganem Strom oder Gas wird darauf geachtet, dass im gesamten Prozess keine Tiere zu schaden kommen. Nach besonders strengen Auslegungen scheiden auch die regenerativen Energiequellen Wind- und Wasserkraft aus, weil beim Betrieb der Kraftwerke Tiere verletzt oder getötet werden können (z.B. Vogelschlag). Kohle- und Atomstrom wird bei den meisten Veganern, die nachhaltig orientiert sind, ebenfalls nicht in Frage kommen. Bleibt als „veganste“ Form der Stromerzeugung eigentlich nur die Photovoltaik übrig. Die vegane Gasproduktion zeichnet sich dadurch aus, dass keine tierischen (Gülle etc.), sondern ausschließlich pflanzliche Ausgangsprodukte zum Einsatz kommen.

Mit der Marke „vegawatt“ platzieren die Technischen Werke Ludwigshafen (TWL) ein Angebot speziell für Kunden mit veganem Lebensstil. Der Strom stammt laut Anbieter zu 100 Prozent aus Photovoltaik-Anlagen und das Gas wird aus Zuckerrübenschnitzeln gewonnen. Andere Anbieter bewerben das Schlagwort „vegan“ nicht explizit, haben aber  ebenfalls Produkte im Angebot, die für Veganer unter Umständen in Frage kommen können. Bei den meisten Ökostromprodukten sind jedoch Anteile von Wind- und Wasserkraft enthalten. Hier muss jeder selbst entscheiden, inwieweit die einzelnen Angebote mit den individuellen (veganen) Ansprüchen vereinbar sind. Ebenso im Bereich Biogas. Der Anbieter LichtBlick wirbt damit, dass sein Biogas auschließlich aus Pflanzenresten und Grünschnitt gewonnen wird. Greenpeace Energy erzeugt sein Gas aus Strom, der allerdings mit Hilfe von Windkraft erzeugt wird. Allgemeine Empfehlung: Interessierte sollten bei den Anbietern explizit nachfragen und einzelne Produkte genau vergleichen.