Brennelemente aus Deutschland nach Tihange geliefert

Die Städteregion Aachen fühlt sich von der Bundesregierung alleine gelassen. Das umstrittene Atomkraftwerk Tihange in Belgien wurde mit Brennelementen aus Deutschland beliefert. Genehmigt wurde der Transport im Juni 2016 vom Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE), das dem Bundesumweltministerium untersteht. Noch im April 2016 forderte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks die vorübergehende Stilllegung der betroffenen Reaktoren.

Greenpeace-Studie: Frauen und Kinder leiden besonders stark unter Fukushima

Laut einer Greenpeace-Studie ist die Zahl der Menschenrechtsverletzungen bei Frauen und Kindern nach dem Atomunfall im Kraftwerk Fukushima Daiichi deutlich gestiegen. So sei es zu einem Anstieg körperlicher Gewalt und häuslichen Missbrauchs während des Ausnahmezustands gekommen. Und das, obwohl Japan eine Wohlstandsnation und Unterzeichner von Menschenrechtsabkommen ist. In Japan seien besonders verletzliche Gruppen nach dem Super-Gau nicht ausreichend geschützt worden. Frauen und Kinder litten neben gesundheitlichen insbesondere auch an seelischen sowie finanziellen und sozialen Folgen.

Fessenheim wird möglicherweise doch noch stillgelegt

Das französische Kernkraftwerk in Fessenheim wird möglicherweise tatsächlich stillgelegt. Der Verwaltungsrat des Betreibers EDF hat eine Vereinbarung mit dem Staat geschlossen. Danach soll EDF für die Stilllegung entschädigt werden. Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben. Der französische Präsident Hollande hatte die Abschaltung befürwortet, der Prozess wurde zuletzt jedoch auf die lange Bank geschoben. Das Ende des Kernkraftwerks ist immernoch keine fest beschlossene Sache. Die Einigung zwischen Konzern und Staat stellt aber eine wichtige Zäsur dar. Im Falle eines Wahlsiegs der Konservativen in Frankreich könnte die Abschaltung jedoch immer noch rückgängig gemacht werden. Viele Anrainer begrüßen die neue Entwicklung, war der Reaktor doch durch zahlreiche Pannen in die Schlagzeilen geraten. Bemängelt wurde außerdem, dass die Deckenkonstruktion Flugzeugabstürzen nicht standhalten könnte. Ein Problem stellt auch die starke Wärmebelastung des Rhein dar, da Fessenheim nicht über Kühltürme verfügt. Die grün-schwarze Landesregierung Baden-Württemberg befürwortet prinzipiell eine Stilllegung. Die Interessenslage dürfte jedoch gespalten sein. Fast 20 Prozent des Kernkraftwerks gehört der EnBW, wodurch das Land Baden-Württemberg Miteigentümer ist.
Schließung von Akw Fessenheim rückt näher (Handelsblatt)
BUND-Infos zum AKW Fessenheim & zu den Versprechen von Herrn Hollande
Aktionsbündnis Fessenheim stilllegen. JETZT!
Was in Fessenheim geschah (WDR Wissen)

Atom-Abkommen mit Belgien

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und der belgische Innenminister Jan Jambon wollen heute in Brüssel ein deutsch-belgisches Atom-Abkommen unterzeichnen. Es soll den Informations- und Erfahrungsaustausch sowie die Zusammenarbeit bei der AKW-Sicherheit regeln. Hoffnungen auf eine baldige Stilllegung der kritisierten belgischen Reaktoren sind damit aber nicht verbunden. Laut Medienberichten bezeichneten die Grünen das Abkommen als enttäuschend. Die Atomexpertin der Grünen-Bundestagsfraktion, Sylvia Kotting-Uhl kritisierte, dass für die betroffenen Bürger keine Mitsprache verankert worden sei.
Berlin und Brüssel wollen Zusammenarbeit bei Fragen der nuklearen Sicherheit vertiefen  (Pressemitteilung, BMUB, 1.2.2016)

Global 2000 bittet um Spenden für Tschernobyl-Kinder

Die Umweltschutzorganisation Global 2000 aus Österreich unterstützt seit 1995 die jüngsten Opfer der Atomkatastrophe von Tschnobyl. Auch 30 Jahre nach dem Super-Gau leiden immer noch viele Kinder unter den Spätfolgen, z.B. Leukämie oder Lymphdrüsenkrebs. Die Organisation berichtet, dass die Krankenhäuser häufig nicht über die richtige Ausstattung zur Behandlung der Krankheiten verfügten. Und in der aktuellen Auseinandersetzung um die Ost-Ukraine verschlimmere sich die Lage zusäzlich. Global 2000 bittet um Spenden, um den Kindern von Tschernobyl zu helfen.
Global 2000-Spendenaktion „Das besondere Geschenk: Überleben“

Demo „Stop Tihange & Doel“ am Sonntag in Maastricht

Am Sonntag, 22. Mai 2016, demonstrieren Bürgerinitiativen erneut gegen den Weiterbetrieb belgischer Atomreaktoren. Treffpunkt ist um 14 Uhr in Maastricht, Plein 1992. Laut der Initiative „Stop Tihange“ haben alle 10 Parteien im Maastrichter Stadtrat ihre Unterstützung bekundet.
Website der Initiative Stop Tihange

EnBW unterliegt im Rechtsstreit 

Nach Verkündung des Atommoratoriums 2011 strengte EnBW eine Klage gegen den Bund und das Land Baden-Württemberg an. Der Konzern verlangte 261 Millionen Euro Schadenersatz für die Abschaltung zweier Atomkraftwerke, die seiner Meinung nach rechtswidrig gewesen sei. Nun hat das Gericht die Klage abgewiesen. Die Begründung: EnBW habe die Klage zu spät eingereicht und damit die Anordnung bestandskräftig werden lassen.

Kinotipp: POWER TO CHANGE – DIE ENERGIEREBELLION

Banner POWER TO CHANGE

Quelle: http://www.change-derfilm.de/

Der Film POWER TO CHANGE – DIE ENERGIEREBELLION feiert am 12. März 2016 Premiere im Konzerthaus Freiburg. Er zeigt den Aufbruch in eine Zukunft, die ohne fossile und atomare Energieträger auskommt und soll laut Regisseur Carl-A. Fechner die Zuschauer dazu ermutigen, gemeinsam für eine nachhaltige und gerechte Welt zu kämpfen.
Tickets können über reservix.de bestellt werden.
Website zum Film POWER TO CHANGE
Brief des Regisseurs zum Filmstart am 17.03.2016

Schwerer Zwischenfall im AKW Fessenheim offenbar vertuscht

Offensichtlich hat die französische Atomaufsichtsbehörde einen schweren Zwischenfall, der sich im April 2014 im Atomkraftwerk Fessenheim ereignete, heruntergespielt. Durch eine Überschwemmung seien nach neuesten Meldungen die parallelen Sicherheitssysteme außer Kraft gesetzt worden sein.
Atom-Unfall offenbar vertuscht (tagesschau.de)
Behörde spielte Zwischenfall in AKW herunter (ZEIT ONLINE)
www.fessenheim.de (BUND)

Widerstand gegen AKW in Doel und Tihange

Gegen den Betrieb der Atomreaktoren in Tihange und Doel (Belgien) formt sich weiter Widerstand. Auf change.org haben bis dato über 200.000 Unterstützer eine Petition unterschrieben. Mit mehreren Aktionen und Kundgebungen wird auf die Situation aufmerksam gemacht. Der Aachener Oberbürgermeister Phillip lädt für Donnerstag, 28. Januar 2016 zu einer Bürgerinfo-Veranstaltung zum Thema Tihange und Katastrophenschutz ein. Aus den Niederlanden wird dazu auch die Maastrichter Bürgermeisterin erwartet. Am Sonntag, 31. Januar 2016 findet ab 14 Uhr eine Demo vor Ort statt (Bahnhof Lingen).
Bei den über 30 Jahre alten Reaktorblöcken in Doel und Tihange wurden bei einer Revision im August 2012 Risse entdeckt. Umweltschützer kritisieren, dass die Reaktoren trotz der Befunde nun wieder angefahren werden sollen. Sie fordern einen Nachweis, dass die Reaktoren in Doel und Tihange genauso sicher sind wie Reaktoren ohne Risse.
Bürgerinfo Tihange Aula Carolina – Stadt Aachen
Petition Stop Tihange & Doel auf change.org