Fessenheim wird möglicherweise doch noch stillgelegt

Das französische Kernkraftwerk in Fessenheim wird möglicherweise tatsächlich stillgelegt. Der Verwaltungsrat des Betreibers EDF hat eine Vereinbarung mit dem Staat geschlossen. Danach soll EDF für die Stilllegung entschädigt werden. Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben. Der französische Präsident Hollande hatte die Abschaltung befürwortet, der Prozess wurde zuletzt jedoch auf die lange Bank geschoben. Das Ende des Kernkraftwerks ist immernoch keine fest beschlossene Sache. Die Einigung zwischen Konzern und Staat stellt aber eine wichtige Zäsur dar. Im Falle eines Wahlsiegs der Konservativen in Frankreich könnte die Abschaltung jedoch immer noch rückgängig gemacht werden. Viele Anrainer begrüßen die neue Entwicklung, war der Reaktor doch durch zahlreiche Pannen in die Schlagzeilen geraten. Bemängelt wurde außerdem, dass die Deckenkonstruktion Flugzeugabstürzen nicht standhalten könnte. Ein Problem stellt auch die starke Wärmebelastung des Rhein dar, da Fessenheim nicht über Kühltürme verfügt. Die grün-schwarze Landesregierung Baden-Württemberg befürwortet prinzipiell eine Stilllegung. Die Interessenslage dürfte jedoch gespalten sein. Fast 20 Prozent des Kernkraftwerks gehört der EnBW, wodurch das Land Baden-Württemberg Miteigentümer ist.
Schließung von Akw Fessenheim rückt näher (Handelsblatt)
BUND-Infos zum AKW Fessenheim & zu den Versprechen von Herrn Hollande
Aktionsbündnis Fessenheim stilllegen. JETZT!
Was in Fessenheim geschah (WDR Wissen)

Global 2000 bittet um Spenden für Tschernobyl-Kinder

Die Umweltschutzorganisation Global 2000 aus Österreich unterstützt seit 1995 die jüngsten Opfer der Atomkatastrophe von Tschnobyl. Auch 30 Jahre nach dem Super-Gau leiden immer noch viele Kinder unter den Spätfolgen, z.B. Leukämie oder Lymphdrüsenkrebs. Die Organisation berichtet, dass die Krankenhäuser häufig nicht über die richtige Ausstattung zur Behandlung der Krankheiten verfügten. Und in der aktuellen Auseinandersetzung um die Ost-Ukraine verschlimmere sich die Lage zusäzlich. Global 2000 bittet um Spenden, um den Kindern von Tschernobyl zu helfen.
Global 2000-Spendenaktion „Das besondere Geschenk: Überleben“

Im Frühjahr 2016 werden Klagen gegen Atomausstieg verhandelt

Nach den Geschehnissen von Fukushima wurde 2011 erneut ein Atomausstieg beschlossen. Bund und Länder einigten sich auf ein Moratorium für die ältesten deutschen Atommeiler. Die Energieversorger klagten in Folge sowohl gegen das Moratorium als auch gegen den Atomausstieg insgesamt. Kritiker bemängeln, dass der Atomausstieg zu hastig umgesetzt wurde und juristische Fallstricke übersehen wurden. Der hessische Verwaltungsgerichtshof hatte das auf drei Monate befristete Betriebsverbot für Kraftwerksblöcke in Biblis für rechtswidrig erklärt. Im Frühjahr 2016 werden weitere Klagen von Energieversorgern verhandelt, die Schadenersatz verlangen. Des Weiteren liegen Verfassungsbeschwerden in Karlsruhe vor. Die Versorger beklagen Eingriffe in die Berufs- und Gewerbefreiheit.
Bundesregierung beschließt Ausstieg aus der Kernkraft bis 2022
Tagesschau: Politik ermöglichte Konzernen Klagen
Deutschlandfunk: Klagen gegen den Atomausstieg „Das kann den Steuerzahler noch ganz viel kosten“
Contratom: Skandal des Monats: RWE gewinnt Klage gegen Atomausstieg