Genfer Autosalon: Spritfresser weit in der Überzahl

Scheinwerfer eines PorscheAuf dem Genfer Autosalon, der gestern eröffnet wurde, beherrschen wie in den Jahren zuvor Sprit fressende Sport- und Luxusmodelle die Szene. Dennoch wird auch viel über alternative Antriebsformen wie Hybrid- und Elektroantrieb gesprochen. Die meisten Autohersteller kündigen den Ausbau ihres Angebots an Elektromobilen an. Die vorgestellten Zukunftsvisionen bildet der Autosalon aber nur schlecht ab. Das zeigt sich auch daran, dass nur 66 der rund 900 ausgestellten Fahrzeuge (Quelle: dpa) bereits das für 2021 ausgegebene CO2-Emissionsziel der EU-Kommission unterstützen.

Geneva International  Motor Show 2017 (Offizielle Homepage)

Verkehrswende – Mobilität der Zukunft (www.greenpeace.de)

Frankreich: Bis zu 200 Euro Zuschuss für E-Bikes/E-Trikes/E-Quads

Frankreich unterstützt seit heute neben E-Autos auch die Anschaffung von E-Bikes, E-Trikes oder E-Quads mit einer Geschwindigkeit von maximal 25 km/h und modernen Lithium-Ionen-Akkus. Der einmalige Zuschuss beträgt 200 Euro. Das Programm ist zunächst bis Ende Januar 2018 befristet. Die Subventionierung von Elektrofahrzeugen scheint Wirkung zu zeigen. In Norwegen, wo E-Bikes seit Anfang 2016 gefördert werden, hat sich der Umsatz innerhalb eines Jahres fast verdoppelt.

Quelle: Frankreich subventioniert E-Bikes – Radeln leicht gemacht (SWR)

SWR-Landesschau: Entspannter fahren mit Strom – Hilfe im E-Bike-Dschungel (inkl. Filmbeitrag)

Ladestationen für Elektroautos sollen europaweit ausgebaut werden

ElektroautoDie Reichweite gängiger Elektroautos ist mau im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Hinzu kommt, dass ein Ladevorgang viel länger dauert als eine Betankung. Zwei Gründe, warum elektrisch angetriebene Fahrzeuge weniger attraktiv sind. Deutsche Autohersteller wollen dem Problem nun begegnen, indem sie den Ausbau von Schnellladestationen forcieren. Dazu haben sie eine Absichtserklärung unterschrieben. Das Vorhaben beschränkt sich nicht nur auf Deutschland. Im ersten Schritt sollen ab 2017 rund 400 Ladesäulen entlang großer Verkehrsachsen in Europa aufgestellt werden. Bis 2020 sollen es dann schon tausende Stationen sein. Es soll eine leistungsfähige Variante zum Einsatz kommen, mit der die Batterien in rund 30 Minuten aufgeladen werden können. Die Initiative ist nicht die einzige zur Verbesserung der Ladeinfrastruktur. Das Bundesverkehrsministerium plant die Aufstellung von 400 Landestationen an Autobahn-Raststellen und die EU hat eine weitere Richtlinie auf den Weg gebracht. Danach soll ab 2019 beim Neubau von Häusern die Installation von Ladeeinrichtungen verpflichtend sein.
Wissmann: Initiative zeigt den enormen Innovations- und Investitionswillen der deutschen Automobilindustrie bei der Elektromobilität (Pressemitteilung VDA)
EU-Plan: Ab 2019 soll Ladestation am Haus Pflicht werden (Automobil Produktion)
Planungshilfe für Ladestationen von E-Autos und E-Bikes in oder an Gebäuden (VDI-Richtlinie)

Ein Plakat verschafft sich (saubere) Luft

Werbebildschirm an einer viel befahrenen Kreuzung

Quelle: YouTube

Mit der Kampagne „Zeit für #Mobilwandel“ will das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) mit humorvollen Plakaten, Videos und Aktionen die Aufmerksamkeit auf die nachhaltige Mobilität lenken. Durch verschiedene Aktionen und Informationsmedien werden Möglichkeiten aufgezeigt, sich nachhaltiger fortzubewegen. Seit Anfang Oktober 2016 wird die Kampagne durch eine weitere Aktion ergänzt. Dazu wurde ein scheinbar gewöhnlicher Werbebildschirm an einer stark befahrenen Verkehrskreuzung aufgestellt. Auf den ersten Blick handelt es sich um Modewerbung, erst nach kurzer Betrachtung entpuppt sich der tatsächliche Hintergrund der Aktion. Durch den Überraschungseffekt erhoffen sich die Initiatoren einen großen Effekt bei Passanten. Konzipiert und umgesetzt wurde die Aktion von der Agentur Tinkerbelle.
Das Video zur Aktion: „Ein Plakat verschafft sich saubere Luft“ (YouTube)
Kampagnenseite „Zeit für #Mobilwandel“ (BMUB)

zeozweifrei unterwegs: Aushängeschild für nachhaltige Mobilität

ElektroautoDer baden-württembergische Umweltstaatssekretär Andre Baumann hat in Bruchsal 30 Schlüssel für Elektroautos an die Projektträger von „zeozweifrei unterwegs“ übergeben. Das Projekt „zeozweifrei unterwegs“ wird über das Programm Klimaschutz mit System des Landes mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung, EFRE, sowie mit Landesmitteln gefördert. Ziel ist die flächendeckende Einrichtung von Carsharing-Stationen und Ladesäulen in der Region. Mit der Inbetriebnahme der ersten 25 Stationen und 30 Fahrzeuge bekomme die Region Bruchsal ein echtes Aushängeschild für nachhaltige Mobilität, erklärte Baumann.
E-Carsharing-Projekt „zeozweifrei unterwegs“ im Großraum Bruchsal startet (Pressemitteilung)

4000 Euro Prämie für den Kauf eines Elektroautos

ElektroautoKäufer von Elektroautos erhalten ab Mai 2016 einen Zuschuss von 4000 Euro, Hybride mit zusätzlichem Verbrennungsmotor werden mit 3000 Euro gefördert. Darauf haben sich Bundesregierung und Autoindustrie verständigt, um die schleppende Nachfrage in Deutschland anzukurbeln. Die Prämie ist umstritten, Kritiker sehen eine direkte Subventionierung der Automobilindustrie. Nicht gelöst seien darüber hinaus die typischen Probleme von Elektroautos wie die geringe Reichweite und lange Ladezeiten, ebenfalls Gründe, die neben den hohen Preisen potenzielle Käufer von einem Kauf abhielten.
Elektromobilität – Informationen des BMVi
Förderung von E-Autos braucht mehr als eine Kaufprämie (VCD)

TV-Tipp: Das Märchen von der Elektromobilität

Ladekabel Renault ZOEDer Film „Das Märchen von der Elektromobilität“ beschäftigt sich mit der Frage, warum die Elektromobilität in Deutschland, trotz anderslautender Bekundungen von Politikern und Autoherstellern, nicht vorankommt. Die Bilanz ist ernüchternd, deutsche Hersteller steigen reihenweise aus der Batterieproduktion aus und Elektromobile sind selten auf deutschen Straßen zu sehen. Es besteht die Vermutung, dass die Industrie Innovationen nicht engagiert genug vorantreibt. Die Doku von Katharina Adami und Josef Streule beleuchtet die Hintergründe.
Das Erste sendet den Film am heutigen Montag, 10.8.2015 um 23:15 Uhr im Rahmen der Reihe „Story im Ersten“.
Sendungsübersicht ARD „Das Märchen von der Elektromobilität“