Fairphone-Gründer und Recycling-Experten erhalten den Deutschen Umweltpreis 2016

Die Träger des Deutschen Umweltpreises 2016 (v.l.): Bas van Abel, Prof. Dr.-Ing. Angelika Mettke, Walter Feeß. © DBU/Himsel/Weisflog/Auerbach

Die Träger des Deutschen Umweltpreises 2016 (v.l.): Bas van Abel, Prof. Dr.-Ing. Angelika Mettke, Walter Feeß.
© DBU/Himsel/Weisflog/Auerbach

Der Fairphone-Gründer und -Chef ist mit dem Deutschen Umweltpreis ausgezeichnet worden. Das Fairphone ist ein Smartphone, das unter möglichst fairen und Ressourcen schonenden Bedingungen produziert wird. Durch seinen modularen Aufbau lässt es sich leicht reparieren.
Weitere Preisträger sind die Recycling-Experten Prof. Dr.-Ing. Angelika Mettke (Cottbus) und Walter Feeß (Kirchheim/Teck), die sich mit dem Einsatz von wiederverwertbaren Betonteilen beschäftigen und für die Verwendung von Recycling-Beton einsetzen.
Der Deutsche Umweltpreis wird einmal pro Jahr von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) verliehen. Ziel ist die Auszeichnung von Einsatz und Leistungen, die  entscheidend und in vorbildhafter Weise zum Schutz und zur Erhaltung unserer Umwelt beitragen.
Kreative Köpfe als Wegbereiter für globale Ressourcenwende

100.000 Fairphone-Nutzer

Rund 3 Jahre nach der ersten Crowdfunding-Kampagne für das Fairphone wurde die Marke von 100.000 Nutzern überschritten. Zunächst sollten nur 5.000 Exemplare des fair produzierten Smartphones verkauft werden, dann stieg die Nachfrage. Mittlerweise ist eine überarbeitete Version, das Fairphone 2, erhältlich. Das Gerät ist modular aufgebaut und kann durch Austausch von Komponenten einfach repariert werden.
Fairphone-News (Englisch)
Fairphone setzt jetzt auch Fairtrade-Gold ein (Laubblatt-Beitrag vom 4.2.16)

Fairphone setzt jetzt auch Fairtrade-Gold ein

Das Fairphone ist das erste unter weitgehend fairen Bedingungen produzierte Smartphone der Welt. Die erste Edition des Fairphone war ab 2013 erhältlich, das Fairphone 2 kann seit Sommer 2015 bestellt werden. Das Gerät ist modular aufgebaut und kann sehr leicht repariert werden, was die Lebensdauer verlängert und damit positive Auswirkungen auf die Umweltverträglichkeit hat. Für die Herstellung werden konfliktfreie Rohstoffe aus armen Gebieten verwendet. Zum ersten Mal im Bereich der Consumer-Elektronik-Industrie wird seit kurzem auch fair produziertes und gehandeltes Gold in der Lieferkette des Fairphone eingesetzt. Im Rahmen der UN-Klimakonferenz im Herbst 2015 in Paris wurde Fairphone als Vorbild für den Wandel zu mehr Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit von den Vereinten Nationen ausgezeichnet. Kritiker des Fairphone bemängeln den relativ hohen Preis bei mittelmäßigen Leistungswerten. Außerdem werde mit Android ein weniger faires Betriebssystem verwendet, das hauptsächlich Einnahmen für Google und damit für einige wenige der reichsten Menschen der Welt produziere. Zumindest diesem Kritikpunkt haben sich die Macher des Fairphone jetzt angenommen. Die Community arbeitet an einer Sailfish OS-Portierung für das Fairphone.
Offizielle Fairphone-Site
Amnesty’s full report on cobalt mining
Jolla community working on Sailfish OS for the Fairphone 2