Internationales Klimaschutzabkommen tritt in Kraft: Deutschland ohne Klimaschutzplan

Heute tritt das Pariser Klimaschutzabkommen in Kraft und Deutschland hat seinen eigenen Klimaschutzplan noch nicht verabschiedet. Ein durchaus peinlicher Vorgang, hat sich Deutschland bisher stets als Vorreiter in Klimaschutzfragen geriert. Umweltministerin Barbara Hendricks ist sauer und forderte ein Machtwort der Kanzlerin. Der von ihr vorgelegte Entwurf für einen Klimaschutzplan 2050 wurde vom Koalitionspartner CDU zusammengestrichen. Offensichtlich waren dem Bundeskanzleramt die resultierenden Einschnitte für die Bürger zu drastisch. In einem Spiegel-Interview kündigte Hendricks an, sich dem Widerstand nicht zu beugen und weiterhin an den Einsparzielen und konkreten Zeitplänen festzuhalten.
Experten sind sich einig: Es besteht dringend Handlungsbedarf. Ein UNEP-Report fordert, dass der Ausstoß von Treibhausgasen umgehend und vehement gesenkt werden müssten. Was zu tun ist, um das 2-Grad-Ziel zu erreichen, also die Erderwärmung auf unter 2 Grad zu begrenzen,  hat Greenpeace im Februar 2016 in einer Studie vorgerechnet. Dazu gehört der Kohleausstieg bis spätestens 2035 und die vollständige Abschaffung von Verbrennungsmotoren bei Neuwagen ab 2025. Außerdem müsse die Ausbeutung der Wälder sofort gestoppt und die Tierhaltung reduziert werden.
Umweltministerin Hendricks zum Klimaschutz: „Die Union hat es nicht kapiert“ (Spiegel Online)
Greenpeace-Energieszenario „Der Plan“ (PDF-Datei)

Klimaschutzinitiative „Under2MoU“ auf der Weltklimakonferenz

Im Mai 2015 hat Baden-Württemberg in gemeinsamer Initiative mit Kalifornien und 10 weiteren Gründungsmitgliedern das regionale Klimaschutzbündnis „Under2MoU“ ins Leben gerufen. Mittlerweile haben 99 Regionen und 12 Städte das „Memorandum of Understanding“ unterschrieben; zuletzt Hessen, Andalusien, Sao Paulo (Brasilien) und Costa Rica. Die Unterzeichner verpflichten sich, ihre Politik auch nach Belangen des Klimaschutzes auszurichten und in den Bereichen Verkehr und Transport, Energie- und Ressourceneffizienz sowie Wissenschaft und Technologie ihre Aktivitäten zu vernetzen und zu optimieren. Die Initiative „Under2MoU“ wurde im deutschen Pavillon auf dem Gelände der Weltklimakonferenz in Paris vorgestellt. Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann und Umweltminister Untersteller waren eigens in die französische Hauptstadt gereist, um über Klimaschutzziele und Maßnahmen gegen den Klimawandel zu diskutieren und für das Klimaschutzbündnis zu werben. Dabei trafen sie unter anderem mit dem kalifornischen Gouverneur Jerry Brown und der Umweltministerin von Panama Mirei Endara zusammen.
Baden-Württemberg initiiert weltweites Klimabündnis (Filmbeitrag auf Youtube)
Klimaschutzbündnis „Under2MoU“

Klimamarsch nicht in Paris, aber anderswo

Anlässlich der am Montag beginnenden Weltklimakonferenz wollten viele Menschen in Paris mit Protestaktionen und einem Klimamarsch für den Schutz des Klimas eintreten. Doch aus Sicherheitsgründen untersagen die französischen Behörden öffentliche Protestveranstaltungen. Alternativ rufen Klimaaktivisten in anderen Großstädten der ganzen Welt zu Klimamärschen auf.
Klimamarsch in München, 29.11.2015 (Protect the Planet)

Trotz IS-Anschlägen: Klimakonferenz findet statt

Logo: COP 2015Ungeachtet der jüngsten Ereignisse soll die Klimakonferenz 2015 wie geplant in Paris stattfinden. Eine Absage wäre „kein gutes Signal“, zitiert die Tagesschau den französischen Premierminister Manuel Valls. Zum Konferenzbeginn am 30. November werden zahlreiche Staats- und Regierungschefs in Le Bourget bei Paris erwartet. Daneben werden mehrere zehntausend Menschen anlässlich der Konferenz in die französische Hauptstadt kommen. Wichtigstes Ziel ist die Verabschiedung eines Klimaabkommens, in dem die Klimaziele ab 2020 festgelegt sind.
COP21 – United Nations conference on climate change (englisch)