Nitratbelastung in Deutschland – Wasserpreise könnten um bis zu 45 Prozent steigen

Vor dem Hintergrund der Diskussion um steigende Wasserpreise fordert Greenpeace ein Umdenken im Agrarsektor. Die Massentierhaltung müsse begrenzt und die Düngegesetze verschärft werden. Durch die hohe Nitratbelastung des Grundwassers muss das Trinkwasser in Deutschland immer aufwändiger aufbereitet werden. Experten rechnen mit Preissteigerungen von bis zu 45 Prozent. Die EU hat Deutschland bereits wegen der hohen Nitratbelastung verklagt.

Billige Lebensmittel erzeugen Kosten für die Gesellschaft (3sat makro)

In einem Interview mit dem 3sat-Wirtschaftsmagazin makro plädiert der Agrarexperte Ulrich Hamm für nachhaltig produzierte Lebensmittel. Dafür müssten auch höhere Preise in Kauf genommen werden. Anderenfalls würden Kosten für andere Dinge wie sauberes Trinkwasser oder die Krankenversicherung steigen. Lebensmittel könnten nur deshalb so billig hergestellt werden, weil die Landwirtschaft nicht für die Folgekosten, die in unserer Gesellschaft entstehen, aufkommen müsste. Als Beispiele nennt Hamm die Belastung von Trinkwasser mit Nitrat und Pflanzenschutzmitteln, die Auswirkungen des Antibiotikaeinsatzes in der Massentierhaltung oder das Bienensterben. Wenn Obstbaumblüten von Menschenhand bestäubt werden müssten, werde es erst richtig teuer.
Preise müssen steigen – Agrarwissenschaftler fordert Ende der Billig-Lebensmittel (3sat makro)