Richter stoppen vorläufig die Rodung des Hambacher Forsts, BUND jubelt

Das Oberverwaltungsgericht Münster hat die Rodungsarbeiten im Hambacher Forst vorläufig gestoppt. Die Richter entsprachen damit einem Eilantrag des Umweltverbandes BUND. Laut einer Pressemitteilung des Gerichts müsse – bevor vollendete Tatsachen geschaffen würden – geklärt werden, ob das Gebiet der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) unterstehe. Das in dieser Sache beim Verwaltungsgericht Köln anhängige Verfahren müsse zunächst abgewartet werden. Vertreter des BUND sprechen von einem großen Erfolg und vom Anfang des Endes der Braunkohleförderung. 

Protest gegen geplante Rodungen im Hambacher Forst

Kohlekraftwerk – © Benjamin Grießmann

Kohlekraft in NRW

Die Kohlekommission verhandelt gerade über den Kohleaustieg, der Energiekonzern RWE möchte derweil weiter den Hambacher Forst für den Tagebau abholzen. Das hat den Protest von Umweltschützern auf den Plan gerufen. Sie drohen mit dem Ausstieg aus den Verhandlungen. RWE betont, dass die Abholzungen für die Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs in den nächsten Jahren erforderlich seien. Der Konzern zeigt sich verwundert, allen Beteiligten sei dieser Umstand klar gewesen. Der BUND widerspricht der Darstellung. Laut der Umweltschutzorganisation könne RWE auch ohne die Rodungen noch jahrelang genug Braunkohle in den Tagebauen Hambach und Garzweiler abbauen.

Klimaklage gegen RWE: Der Fall Huarez

Der peruanische Bergführer Saul Luciano Lliuya legt sich mit dem zweitgrößten deutschen Energiekonzern RWE an und zieht vor Gericht. RWE sei durch den Betrieb von Kohlekraftwerken für den Klimawandel mit verantwortlich und damit auch für die Gletscherschmelze oberhalb der Stadt Huaraz. Die Wassermassen könnten eine Staumauer zum Bersten bringen und Huaraz unter sich begraben. Lliuya sieht seine Familie und sein Eigentum bedroht. RWE weist die Vorwürfe von sich. Ein Unternehmenssprecher verwies darauf, dass viele Faktoren beim Klimawandel eine Rolle spielten und nicht ein bestimmter Konzern verantwortlich gemacht werden könnte. Am heutigen Donnerstag beginnt der Zivilprozess am Landgericht Essen, zu dem Lliuya eigens angereist ist. Bei seiner Aktion unterstützt wird Huaraz von der Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch.
Klimaklage gegen RWE erstmals in mündlicher Verhandlung am Landgericht Essen (Germanwatch)
Pressemitteilung des Landgerichts Essen zum Fall Huaraz (PDF-Datei)